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in seiner Schrift über Wildungen und fügt hinzu, dass noch alljährlich dort gefundene„Mün- zen und Kriegszeichen“ dies bestätigten. Ich habe bis jetzt über die Funde daselbst nichts in Erfahrung bringen können, den Berg zu untersuchen noch keine Gelegenheit gehabt.— Nach Mittheilungen, welche ich Herrn Bier in Corbach verdanke, würden auch Reste eines alten Lagers auf dem Hönscheid, einem Berge bei Sachsenberg, als Römerlager bezeichnet. Im Volksmunde heisst die Stelle„auf der Wache“. Auch dieser Punkt harrt näherer Untersuchung. Von vornherein ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass dort Spuren eines Lagers aus den Zeiten der fränkisch-sächsischen Kriege als aus den Zeiten der Römer sich finden.
Aus dem volksthümlichen Gebrauche verderbter lateinischer Wörter wie stante pe= stante pede; multen; cito; verdomentren; verdefenderen; infunderen, depravèren; annemeren; halter de qualter, und dgl. m., auf die Anwesenheit von Römern im Waldeckischen zu schliessen hätte Curtze a. a. O. 296 nicht über sich gewinnen sollen. Der Gebrauch taliter qualiter= mediocriter gehört noch nicht einmal der mittelalterlichen, geschweige denn der antiken Latini- tat an. Desgleichen ist stante pede ü schnell eine erst durch wörtliche Wiedergabe des deutschen„stehenden Fusses“ bei den Latinisten des 16. Jahrhunderts allmählich eindringende Wendung. Im wirklichen Latein und im Mittelalter ist sie unerhört. Endlich cito ist ein ebenso erst in der Neuzeit ins Volk gedrungener Ausdruck der Canzleien wie huius, anni currentis, verte, medio, ultimo, de dato. Die Ausdrücke verdomeneren, verdefenderen, anemeren sind der Volkssprache in ganz Norddeutshland geläufig und gehören erst der Sprachmengerei des 17. und 18. Jahrhunderts an. Zum Ueberfluss sei bemerkt, dass animare die Bedeutung „ermuthigen“ erst zwei Jahrhunderte später erhielt, als die Römer ihre Besitzungen nördlich des Maines aufzugeben genöthigt waren.— Was die Bezeichnung von Oertlichkeiten anlangt, so weist C. auf Agetucht= aquaeductus als Flurbezeichnung bei Usseln, Goldhausen und Wildungen, auf Florenbach als den von flos herzuleitenden Namen eines Baches bei Hering- hausen, und auf die mögliche Herkunft des Meierhofnamens„Strieck“ von dem Lat. striga hin. Hierzu bemerke ich Folgendes: Die Verbreitung verderbter Formen von Aquaeduct im deutschen Sprachgebiete reicht weit über die Peripherie römischer Kriegszüge hinaus, findet sich nicht im Althochdeutschen und Altsächsischen, sondern erst in der mittelalterlichen Sprach- periode und ist daher als erst in dieser eingedrungen anzusehen. In dieser Periode findet sich z. B. im Niederländischen äghedocht und haghedocht.— In den Satzungen des Goslarer Forstgerichtes von 1421— 1490(J. Grimm, Weisthümer III. 266) kommt das Wort in einem Artikel viermal vor. Ich setze die Stelle her.„Artikel XLIX Item dar eyn eyne groue hedde unde eyne agetucht vore to der suluen groue, icht der ouerherre edder anders we bouen eder benedden inslagen, icht de ore agetucht mochten bringhen inde suluen agetucht? Hirup- hefft de rad gevunden dat se dat wol don mochten, wenn ore agetucht van erer grouen de scholden se bekostigen allene wente an de auderen, vnde denne vord an scholden se de agetucht to Hope bekostigen vnde weder bruken.“— Florenbach hat mit dem lateinischen flos nichts zu thun. Wo wäre hier auch die Vegetation, welche einem Bache den besonderen Namen„Blumenbach“ einbringen könnte? Schon im Althochdeutschen erscheint ein Flussname Florbach(Graff, althochdeutscher Sprachschatz III. 749 und 773.)— Den Namen Strieck, für den ich keinerlei Erklärung weiss, von striga abzuleiten könnte, abgesehen von allen anderen


