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Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass es, wenn überhaupt, so nur flüchtig berührt worden ist. Von dem Rheine zu weit ab und durch die in ihrer ganzen Lage dazwischen tretenden Berge des Rothhaargebirges, der Ebbe, des Sauerlandes, des Hardstranges getrennt waren die Bewohner Waldecks zu schwer nahbar, als dass sie von dem Verkehre etwas hätten haben können, welcher schon im 4. Jahrhundert v. Chr. auf der Rheinstrasse etruskische Geräthe, Waffen und Schmucksachen vom Süden empfieng und bis zur Nordsee führte, um von dort, wie es in grösserem Massstabe auf der Weichselstrasse von dem baltischen Meere her geschah, Bernstein als werthvollstes Tauschobject wieder nach dem Süden zurückzunehmen. (vgl. meine Abhandlung„über den Antheil der Rheinlande an vorrömischem und römischem Bernsteinhandel:“ i. d. Monatsschrift für rheinisch-westfälische Geschichtsforschung und Alter- tumskunde. Trier 1876. II. Jahrg. S. 1— 20.) Später als hinter den am rechten Rheinufer entlang errichteten und von da zum Main auf Aschaffenburg gezogenen Grenzwällen römisches Leben mit Handel und Handwerk blühte, mögen von Cöln oder Mainz oder vom Taunus oder von Friedberg her einzelne Händler oder fahrende Handwerker auch öfters in unser Bergland zwischen Eder und Diemel gekommen sein.
Auf ihren Kriegszügen sind die Römer einmal wenigstens wohl sicher in das Land ge- kommen. Im Frühling des Jahres 15 n. Chr. unternahm Germanicus mit 4 Legionen und mit 10,000 Mann Hilfstruppen einen in der Stille geplanten Zug gegen die Chatten. Damit die östlich von ihnen wohnenden Cherusker ihnen keine Hilfe bringen sollten, machte der Unter- feldherr Cäcina mit einem um nur 5000 Mann geringeren Heerhaufen zwischen Lippe und Ruhr vordringend in östlicher Richtung eine Diversion. Germanicus seinerseits marschierte über den Taunus, stellte das Castell bei Homburg(die Salburg) wieder her, welches die Deutschen zerstört hatten, fiel dann in das Gebiet der gäuzlich unvorbereiteten Chatten ein, drang, Greise, Weiber und Kinder niedermetzelnd oder mit fortführend, durch ihr Land östlich bis zum unte- ren Lauf der Eder vor(wie J. Grimm Gesch. d. d. Sprache II. 578 meint, bis in die Nähe von Gudensberg), vertrieb dort durch seine Wurfmaschinen die streitbare Mannschaft, welche den Fluss durchschwommen und sich hier auf dem linken Ufer aufgestellt hatte, um die Römer am Schlagen einer Brücke zu hindern, überschritt dana selbst den Fluss und jagte alles aus den Gauen und Weilern in die Wälder. Mit diesem Erfolge zufrieden trat er den Rückzug an, nachdem er uoch den Hauptplatz der Chatten Mattium(ob Maden?) angezündet hatte. — Jedenfalls durchzog Germanicus damals das Land nicht von der Eder bis zur Diemel und von dort weiter nördlich, um sich mit Cäcina zu vereinigen. Denn er hatte den mit dem schweren Gepäck nachfolgenden Legaten L. Apronius ausdrücklich beauftragt für gangbare Strassen und sichere Uebergänge über die Flüsse zu sorgen, welche man beim Vordringen, durch die aussergewöhnliche Trockenheit begünstigt, auf Furten hatte qurchschreiten können. (Tac. Ann. I. 56.)— Nur den südöstlichen Theil des Waldeckischen Landes wird daher die-
ser Zug des Germanicus berührt haben, vielleicht sogar nur den östlichen.— Für spätere Kriegszüge der Römer fehlt es an jeder geographischen Angabe, welche eine Beziehung auf Waldeckisches Land gestattete.— Zwei Oertlichkeiten werden als ehemalige Römerlager be-
zeichnet. Von einem muthmasslichen Römerlager auf dem Bösenberg und Angstberg bei Gellershausen an dem Weesebach, der Bergheim gegenüber in die Eder fällt, spricht Stucke


