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Bedenken, nur dann einen Sinn haben, wenn dies lateinische Wort bei den Römern selbst eine irgendwie geläufige Bezeichnung eines Ackergutes oder Hofes oder von Ländereien gewesen wäre und nicht bloss eine Massbezeichnung der Geometer für einen 60 Fuss langen Ackerstreifen.
Im dritten Jahrhundert nach Christus scheinen sich, als die grossen germanischen Völker- bündnisse entstanden, in deren Gesammtnamen die bis dahin einzeln genannten Stämme allmäh- lich aufgehen, sich die Landesverhältnisse angebahnt zu haben, welche wir bei Beginn der christlichen Zeit im Waldeckischen finden. Da nämlich in der alten Gaueintheilung, welche Carl der Grosse wohl so beibehielt, wie er sie vorgefunden hatte, das Gebiet des heutigen Fürstenthums Waldeck zu drei verschiedenen Gauen, dem fränkischen Hessengau, dem sächsi- schen Hessengau und dem lttergau, gehört, so ist es höchst wahrscheinlich, dass schon einige Jahrhunderte früher das Land auf der Grenzscheide mehrerer Stämme gelegen habe. Das von Tacitus zuerst und von Claudianus(395 n. Chr.) de bello Getico v. 419 zuletzt genannte Volk der Chatten zwischen Main, Werra und Diemel scheint von den Franken und Sachsen aufgesogen zu sein. Mit den Franken zusammen kämpften schon unter Aurelianus(270— 275) die Chatten vor Mainz. Die Sachsen, 287 zuerst und zwar noch in ihren nördlichen Sitzen genannt, können kaum vor dem 6. Jahrhundert den Theil Landes an sich gerissen haben, welchen wir im 8. Jahrhundert als sächsischen Hessengau bezeichnet finden. Ihr Auftreten daselbst kennzeichnet sie als die Stärkeren. Dem fränkischen Hessengau gehörte nur das Land am rechten Ederufer und auf dem linken die Orte Bringhausen, Nieder-Werbe, Berich, Waldeck, Netze, Buhlen, Affoldern und Bergheim an. Das Uebrige, mit Ausnahme der zum Ittergau geschlagenen Aemter Eisenberg, Lichtenfels und 0. Werbe, gehörte zu dem grossen sächsischen Hessengau, zu dem auch Eresburg nebst Umgegend gehörte.
II.
Trotzdem wir also von der ältesten Zeit Waldecks wenig und dies Wenige nur ver- muthungsweise wissen, ist das Land doch als alter Culturboden anzusehen. Je weniger es von römischen Einflüssen in der Zeit berührt wurde, in welcher römisches Wesen im Gefolge römischer Waffen und Handelsunternehmungen in so viele Theile unseres Vaterlandes drang, um so mehr, glaube ich, zog sich ächt germanisches Wesen in das militärisch vom Rhein und Main her schwer zugängliche Bergland zurück. Ich halte es nicht für zufällig, dass im Beginn der geschichtlichen Zeit Waldecks Hauptstätten des religi’ösen und kriegerischen Lebens der Hessen und Sachsen an der Eder und Diemel genannt werden. An der Eder im südöst- lichen Theile des Fürstenthums fällt Bonifacius die heiligste Eiche des Donnergottes auf dem Johannisberge bei Geismar, dem Büraberge gegenüber(zwischen 725— 731.) Das war der erste entscheidende Schritt zur Christianisierung unseres Landes, in welches bis dahin keiner der Missionare gedrungen war, während in Thüringen, in Baiern und in Oberhessen an der Lahn und an der Ohm das Christenthum schon erheblich Boden gefasst hatte(Rettberg, Kir- chengeschichte Deutschlands 1846. I. 311.) Wie uns so an der Eder ein Mittelpunkt der heid- nischen Götterverehrung entgegentritt, und zwar, ein, weil auf dem linken Ufer gelegen, den auf Waldeckischem Boden wohnenden Hessen gehöriger, so erscheint im Nordwesten an-


