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und 481 km(37 Fälle). Das Verhältnis ist 0.98. Für die übrigen Gebiete ist also eine Längenveränderung nicht festzustellen. Das liegt daran, daß sich die Bewegungen der anderen Stücke meistens an den langsam eindringénden Gebieten messen lassen, während die der rückwärtigen Teile zumeist an den rasch abziehenden Gebieten gemessen werden. In 12 Fällen, in denen an demselben Tage Geschwindigkeiten an der vorderen und gleich- zeitig an der hinteren Seite gemessen werden konnten, ergaben sich dafür die Durchschnitts- werte 411 und 271 km. In diesen Fällen ist im Laufe eines Tages die Längenaus-— dehnung im Durchschnitt um 52% gewachsen.
In 67 Fällen konnte die Bewegung desselben Stückes eines Gebietes an 2 oder mehr Tagen verfolgt werden. Die durchschnittlichen Geschwindigkeiten waren am 1. Tage 359 km,. am 2. 389 km. Das ergibt eine tägliche Zunahme der Geschwindigkeit um 9%.
Die mittlere Verschiebung der Ost und Westränder, ohne Rücksicht auf die Richtung berechnet, beträgt 310 km. Diese Zahl stimmt mit dem von Leß für 1901 gefundenen Werte von 230 km verhältnismäßig gut überein. Sie muß größer sein als diese, da bei dem größeren Untersuchungsfeld schnellere Gebiete häufiger verfolgt werden konnten.
Daß sich bei Berechnung der Geschwindigkeiten von West- und Ostrand größere Werte ergaben, wenn man die Ausdehnung der Gebiete entlang den Längengraden nicht berücksichtigt und dadurch den kleineren Gebieten gewissermaßen eine zu starke Vertretung gibt, läßt darauf schließen, daß sich die kleineren Gebiete rascher bewegen als die größeren.
b) Dichte.
Um die Dichte des Regenfalles zu berechnen, wurde auf die Regenkarten von Deutsch- land ein Blatt Pauspapier mit einer Gradeinteilung und weiterer Unterteilung gelegt und für jedes Gradfeld die mittlere Regendichte bestimmt. Wenn die Stationen gleichmäßig verteilt waren, wurde als solche das arithmetische Mittel genommen. Aber in den meisten Fällen war die Verteilung eine unregelmäßige. Dann Wwurde jeder Station ein Teil des Gradfeldes zugeschrieben, dessen Regendichte sie bestimmte. Lagen z. B. in der Mitte der nördlichen Hälfte eine Station und in der südlichen zwei, so bestimmte jede der beiden letzten die Regenhöhe in einem viertel und die erste die in dem halben Gradfeld. Dementsprechend wurden dann die Zahlen bei der Berechnung des Durchschnittes bewertet.
Diese Werte für den Durchschnitt wurden dann, wie schon oben erwähnt, in die Karten 1: 2 000 000 eingetragen. Aus diesen Karten wurden in derselben Weise die Dichten für die einzelnen Gradfelder der außerdeutschen Gebiete berechnet und eingetragen. Xußerst bedauerlich für die Vollständigkeit war dabei das Fehlen der Zahlen für die Nordsee. Für diesen Teil wurden aus dem berechneten Durchschnitt und den Messungen der Küsten- stationen Werte interpoliert, doch waren dieselben natürlich für genauere Untersuchungen nicht zu gebrauchen. In jedem Regengebiet wurden dann die Regendichten aller Gradfelder von derselben geographischen Breite addiert und die Summen mit dem in 1000 km? aus- gedrückten Flächeninhalt eines Gradfeldes dieser Breite multipliziert. Dadurch erhielt man die Regenmenge, die in diesem Streifen gefallen war, in 102 mé ausgedrückt. Addition der so erhaltenen Größen ergab dann die Regenmenge des Gebietes in 10 ms.
Vermittels Planimeter wurde nun auf der flächentreuen Karte die Fläche des Ge- bietes in 1000 km bestimmt. Division dieser Größe in die Regenmenge ergab dann die mittlere Dichte des Regens im Gedbiet.


