Aufsatz 
Die sommerlichen Regengebiete in West- und Mitteleuropa
Entstehung
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Ferner wurde nach Möglichkeit die mittlere Bewegung des Ost und Westrandes der Gebiete bestimmt. Vorwiegend wandern diese ja in einer von WE nicht sehr ab- weichenden Richtung. Deshalb geben bei vielen Gebieten die Komponenten der Geschwindig- keiten auf die Breitenkreise Größen, welche die wirklichen Bewegungen ziemlich genau wiedergeben und für Vergleichungen sehr geeignet sind. Diese Größen ließen sich sehr genau messen. Es wurde zwischen den äußersten Breitenkreisen, welche die Gebiete schnitten, von Grad zu Grad die mittlere geographische Länge der Stücke der Begrenzungs- linien durch mehrere Zwischenmessungen festgestellt, die Summe addiert und durch die An- zahl der Grade dividiert. So erhielt man die mittlere geographische Länge der Begrenzungs- linien, und eine Vergleichung mit der entsprechenden Größe für den nächsten Tag führte zur Feststellung der Größe der Verschiebung. Diese wurde dann nach Maßgabe des mittelsten Breitengrades im Gebiet in Kilometern ausgedrückt. In einfacheren Fällen wurde die Bestimmung auch so ausgeführt, daß auf den Wanderungskarten die zwischen den beiden Rändern liegenden Bögen der Breitenkreise von ½ zu ½ Grad mit dem Kilometer- mabßstab direkt gemessen wurden, und dann der Durchschnitt berechnet wurde. Bei einer komplizierten Gestalt der Ränder, wenn 2. B. ein Breitengrad die Begrenzungslinien in 3 oder gar 5 Punkten durchschnitt, oder wenn kleine Teile angelagert waren, wurden diese nach Möglichkeit an die Hauptmasse gewissermaßen herangeschoben. In anderen Fällen waren wieder die dazwischenliegenden Stellen ohne Regen so beschaffen, daß man sie mit zum Gebiet rechnen mußte. In jedem Falle wurde Sorge getragen, daß an den zwei ver- glichenen Tagen die Behandlung der Ränder dieselbe war.

Wenn bei allen Messungen ein Gebiet bis zum nächsten Tage Teile absonderte oder aufsaugte, war die Größe der Teile und ihr Verhältnis zum Ganzen ausschlaggebend für die Berücksichtigung.

Bei der Bestimmung der Richtungen war es nicht immer möglich, nach 16 Rich- tungen zu unterscheiden. Wenn z. B. ein Gebiet nur mit einem Teil in das Kartenfeld hineinreichte, konnte seine Bewegung oft nur annähernd bestimmt werden. Infolge dessen erscheinen die Bewegungen nach E und NXE gegen die nach ENE etwas bevorzugt. Be- sondere Schwierigkeiten machte es, wenn in einem solchen Falle die Hauptmasse eine andere Richtung hatte, als der Teil, der im Kartenfelde lag. Das kam zuweilen an den nordwestlichen Gebieten vor, deren Hauptmasse auf dem Ozean in nordöstlicher Richtung vor- überzog, während ein südöstliches Randgebiet über die britischen Inseln nach SE vordrang.

Es konnte die Fortpflanzungsrichtung von 266 Gebieten bestimmt werden. Es zogen nach NW NNW N NNE NE ENE E ESE SE SSE S SSW SW WSW W WNW 6 1 5 8 64 30 39 22 23 4 7 9 1 10 Dazu wurde 9»mal ein Stillstehen von Gebieten beobachtet.

Wir können hiernach ein starkes UÜberwiegen der Bewegung der Regengebiete nach E und NE feststellen, wie das ja aus der allgemeinen ENE-Bewegung der Witterungsele- mente zu erwarten ist. Die mittlere Bewegungsrichtung der Regengebiete ist E zu N.

Es wurden folgende Bewegungen gemessen:

Gesamtgebiet: 10. Mittl. Geschw. 338 km.

Richtung NW N NE E SE 8 SW W Anzahl 1 1 2 1 2 141 9 Durchschn.-Geschw. 650 200 180 240 445 420 310 km