Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch, 2. Abteilung. Das Grabfeld
Entstehung
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auch die Schenkungsurkunde Karls des Großen vom Dezbr. 781, worin er dem Kloſter den campus Unofelt(Hünfeld) cum silvis suis ſchenkt. Da iſt nicht die Rede von feſten Anſiedlungen, Villen oder Dörfern, ſondern lediglich nur von Wald und Feld, während dagegen in der Urkunde, welche mit der vorgehenden von gleichem Da⸗ tum und vom gleichen Kanzleiperſonal ausgefertigt iſt, worin er dem Kloſter die Villa Rostorp(Rasdorf) ſchenkt, der Anbauungen und An⸗ ſiedlungen nicht blos erwähnt, ſondern auch darüber bereits beſtehende Rechtsverhältniſſe angeführt werden, wobei die Formel, wie ſie bei ſpäteren Schenkungen bebauter Anſiedlungen üblich:villa cum campis, pratis, pascuis, aquis aquarumque decursibus, mobilibus et immo- bilibus etc. angewandt wird. Es iſt durch die Vergleichung beider Urkunden mit einander und ſchon ohnehin auch nach ihrem Wort⸗ laute kein Zweifel zuläſſig, und zwar um ſo weniger, als ſie beide zu gleicher Zeit, vom gleichen Perſonale ausgefertigt und beide noch als Originale vorhanden ſind, daß hier weſentlich Verſchiedenes bezeich⸗ net wird. Die weſtlich gelegene Gegend von Hünfeld an der Haun im Bramforſt war noch unbebaut, hier war Wald und Feld, während die öſt⸗ lich gelegene bereits geſchieden wird nach den verſchiedenen Benutzun⸗ gen, die ſie dem Anbauer gewährte; da iſt das Waſſer für den Haus⸗ ſtand, die Weide für das Vieh, die Villa für die menſchliche Wohnung ſchon vorhanden. Im weiteren geben uns dieſe beiden Urkunden einen Beweis für den Umſtand, daß von den öſtlichen Theilen des Grab⸗ felds die Anſiedlung in die Buchonia allmählich auch nach den innern Gegenden zwiſchen Haun und Fulda vordrang. Ein Umſtand, für den uns auch die Reihenfolge der Schenkungen, wie ſie eben uns noch erhalten ſind, weiteren urkundlichen Nachweis liefert. Die Schenkun⸗ gen, die dem Kloſter in den erſten zwanzig Jahren ſeines Beſtehens gemacht wurden, ſind alle aus entfernteren Gegenden, die be⸗ reits ſchon länger bebaut und angeſiedelt waren, ſie liegen vorzugs⸗ weiſe am Rhein. Auch die Kauferwerbungen des Kloſters ſind in jener Gegend. Auf dieſe, mit Beginn des 30 jährigen Beſtandes des Kloſters, kommen die Schenkungen aus den öſtlichen Theilen des Grabfelds, des Saalgau's, des Weringau's und des Tul⸗ lifeldes, und damit ſind wir an die öſtlichen und ſüdlichen Grenzen der Buchonia herangetreten. Ein Beweis, daß nun die Anſiedlung in jener Gegend ſich auch nach dem Innern der Waldungen erſtreckte und dieſe immer mehr dem Ackerbau zugänglich machte. Mit dem Jahre 782 finden wir den erſten Ort, Rasdorf, in der eigentlichen Buchonia gelegen, in der bereits oben angeführten Urkunde Karls d. G. erwähnt, während Hünfeld noch unbewohntes Land iſt. Erſt mit dem Ende