Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch, 2. Abteilung. Das Grabfeld
Entstehung
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silva Boconie in Bienbah et Lutere ipsum fontem ete. Lan⸗ dau geſteht ſelbſt zu ¹), daß dieſe Stelle einen Zweifel läßt; wir ſagen, daß dieſe allerdings nicht beweiſt, daß Bimbach und Gro⸗ ßenlüder in der Wetterau liegen, daß ſie aber eher beweiſt, daß dieſe Orte nicht darin liegen, denn, wenn ſie als darin lie⸗ gend hätten bezeichnet werden ſollen, ſo würden ſie unmittelbar ohne den trennenden Zuſatzin silva Boconie folgen, der hier nichts anders heißt, als im Grabfeld, wie dies die Lage von Bimbach und Großen⸗ lüder bedingt. Dito ſchenkt dem Kloſter einen bivanc, der liegt in der Wetterau, und eine Quelle ꝛc., die liegt in der Buchonia zwiſchen Bimbach und Großenlüder. In den beiden andern Beweisſtellen wird allerdings einmal die Gemarkung von Salzſchlirf und einmal ſo⸗ gar die Mark von Fulda ſelbſtin pago Wetarebensae und in pago Grapfeld in Wetareibono mareu geſetzt.2) Die Urkunde für die zweite Beweisſtelle iſt vom Jahre 812 aus dem Copialbuche abgedruckt; es wird darin ein Tauſch von Beſitzungen zwiſchen dem Abte Ratgar und dem Erzbiſchofe Riculf von Mainz feſtgeſetzt; man hat hier einfach einen Fehler des Abſchreibers anzunehmen, was ſehr leicht erklärlich iſt, da allerdings in der Urkunde einmal, 4 Zeilen unterhalb dem irrthümlichen, in pago Wetarebinsae richtig ſteht, der Art, daß der Abſchreiber ſich verleſen hat, indem er das unten richtig ſtehende Wort ſchon oben hinſchrieb, oder wohl auch geglaubt und darum verbeſſert hat, daß der Rechtsantheil des hl. Martin's eher in der Wetterau als in dem Grabfelde zu ſuchen ſei. Wie dem auch ſei, angeſichts der großen und zahlreichen Fehler, wie ſie nicht blos in den Copien Eberhard's, ſondern ſelbſt auch in den Originalurkun⸗ den vorkommen, kann man einem ſolchen einzeln daſtehenden Worte eine ſolche Beweiskraft nicht beilegen, ſoweitgehend, daß man darüber die vielen weiteren Beweiſe, die geradezu das Gegentheil dar⸗ ſtellen, hintenan ſetzt. Mehr noch gilt dies von der dritten Beweis⸗ ſtelle, wo ſogar das Kloſter Fulda in die Wetterau geſetzt wird. Nach dieſer Urkunde ſchenkt Boſſo im Jahre 895 ſeine Beſitzungen im

¹) Landau, Territorien, S. 138.

²) Die erſte nach Dronke, trad. S. 104 citirte Beweisſtelle lautet in Schann. trad. S. 286: Dito comes trad. in pago Grapfeld in sylva PBononiae inter Bienbach et Lutere ipsum fontem..... Man ſieht, daß Schannat daran geändert hat. Die zweite Stelle ſteht bei Dronke, cod. dipl. Nr. 270 und Schann. trad. nr. 238, p. 106; die dritte Stelle Dronke, c. â. nr. 644. Dieſe Stelle lautet in Schann. S. 218quod situm est in pago Grapfeld, super ripam fluminis Fuldae; es iſt hier in wetareibono marcu eigenmächtig weggelaſſen.