Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch, 2. Abteilung. Das Grabfeld
Entstehung
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ſei. Die Schlacht ſteht feſt, aber über den Ort, wo ſie geliefert wurde, hat man vielfach geſtritten. Wenn aber auch die Gegend von Kiſſingen wirklich das richtige Schlachtfeld wäre, ſo fehlt immerhin jeglicher weiterer Nachweis dafür, daß man überhaupt Schlachtfelder Grabfelder genannt habe.¹) Eine andere Ableitung, die mehr Wahr⸗ ſcheinlichkeit für ſich hat, iſt, von Roth veranlaßt, durch Friede⸗ mann aufgeſtellt worden. Beide leiten es von dem ſlaviſchen 3 Worte grap, d. h. Buche, ab. So haben wir die ſlaviſchen Familien⸗ namen Grabow, d. h. Buchenhain, u. A. Im Allgemeinen heißt die Buche im Slaviſchen buk, wovon Bukowina, dagegen die Hainbuche grab und krad; danach würden die Namen Grabfeld und Bucho⸗ nia daſſelbe bedeuten. Dieſe Zurückführung auf ein ſlaviſches Wort hat um ſo größere Wahrſcheinlichkeit, als wir auch bereits den Namen des Berges bei Margarethenhaun, den cuͤffiso oder Kuffihoug, als ſlaviſchen Urſprungs erkannt haben. Ein ſolches Namengeben ſei⸗ tens der ſlaviſchen Kaufleute für Gegenden, welche ſie auf den Han⸗ delsſtraßen von Thüringen nach Mainz durchzogen, hat auch an und für ſich nichts widerſprechendes, zumal da ja aus den Entdeckungs⸗ reiſen Sturmi's die Thatſache gehörig beſcheinigt iſt, daß er auf ſla⸗ viſche Kaufleute bei der Furt über die Fulda an der Antsanvia ge⸗ ſtoßen iſt.

Im Allgemeinen breitete ſich die Cultur von den Rhein⸗ und Maingegenden herauf zunächſt ſchon in früheſter Zeit zwiſchen dem Thüringerwald und den Oſtabhängen der Rhön aus, wäh⸗ rend der vom Rhöngebirge aus weſtlich gelegene Theil noch im Dun⸗ kel der großen Waldungen lag. Es iſt darum nicht unwahrſcheinlich, daß der Name Grabfeld urſprünglich dem öſtlichen Theile zukam und erſt zur Zeit der Anſiedlung des hl. Bonifacius ſich auch auf den ganzen weſtlichen Theil ausdehnte. Beachtungswerth iſt hier der Um⸗ ſtand, daß Eigil im Leben Sturmi's den Namen für die weſtliche Gegend nicht anführt, dagegen ausdrücklich erzählt, daß, als Sturmi mit dem aus der Wetterau herkommenden Reiter am rechten Ufer der Fulda in der Gegend zwiſchen Kohlhaus und Bronzell, wo derOrts⸗ weg herführte, zuſammentraf, der Reiternach dem Grabfelde zu ſeine Reiſe fortgeſetzt habe, alſo nothwendigerweiſe damit zu ver⸗ ſtehen giebt, daß die GegendEichlohau, wo ſie ſich befanden, da⸗ mals noch nicht zum Grabfelde gerechnet wurde, oder daß ihm das wenigſtens nicht bekannt war. Man hat darum vermuthet, daß auf die Gegend öſtlich der Rhön, zwiſchen Münnerſtadt und Königs⸗

¹) daz grap hat im Plural ſowol diu grap als diu grebir. Graff, IV. 306.