Zweites Buch.
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Zweite Abtheilung.
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Das Grabfeld. I.
Der Name des Gaues Grabfeld wird in den älteſten Ur⸗ kunden abweichend geſchrieben; in der Originalurkunde Karls d. G. von 777 ſteht Graffelt; in den Originalien Ludwigs des Frommen von 816 und 834 Grapfeld und Grapfelt; dieſe letztere Form behalten auch die ſpäteren Kaiſerurkunden von 878, 882 und 912 bei. Eberhard ſchreibt Graphelt neben Grap⸗ feld und Graffelt; das Copiarium hat vorherrſchend Grapfeld. Man hat den Namen von„graben“ ableiten wollen und geſagt, es bezeichne das Feld, was zunächſt durch Ausroden der Wälder und Urbarmachung der nächſten Strecken in Ackerland, d. h. Grabfeld, um⸗ geſchaffen worden ſei. Man hat auch mit Brower den Namen her⸗ leiten wollen von den vielen Thalkrümmungen oder Gruben(cavae), welche ſich in dieſen Gegenden befunden hätten. Beide Ableitungen ſind willkürlich, nirgends zu begründen und die zweite auch ſchon ety⸗ mologiſch gar nicht haltbar. Ebenſo iſt auch die Ableitung, die man dadurch hiſtoriſch begründen will, daß man den Namen in Verbindung bringt mit der großen Schlacht, die ſich einſt Chatten und Hermun⸗ duren in der Gegend des heutigen Kiſſingen an den Ufern der frän⸗ kiſchen Saale ¹)(58 n. Chr.), um die dortigen Salzquellen, geliefert haben?²). Darnach ſagt man, daß die Gegend von den Gräbern der Erſchlagenen— die Hermunduren blieben Sieger— benannt worden
¹) Rommel, heſſiſche Geſchichte. Bd. 1. S. 19. Anm. 40. ²) Tacit. Ann. 13, 57.


