Aufsatz 
Der ursprüngliche und echte Schluß der Odyssee Homers / von Professor Dr. Ludwig Adam
Entstehung
Einzelbild herunterladen

119

VII. Kapitel.

Der zukliſche Ausbau der Odyſſeer durch Cynäthus.

Zahlreiche Notizen in den Scholien weiſen auf eine beſondere Tätigkeit des Rhapſoden Cynäthus bezüglich der homeriſchen Epen hin. Der Scholiaſt zu Pindar ſagt von ihm und ſeiner Schule: 05ro Ouooν vos duedaodòᷣαν 6εανμωνεηιονν Srijpedor duuijayro ôs aoriſe wävv, ein anderes Scholion weiſt auf ihre hervorragende Tätigkeit hin und fügt hinzu: 0us paor roidd ν ενπτιν rouiõjoaντag ußader, els rie Dijoon n06ot, weiter wird bemerkt, daß er auch den Hymnus auf Apoll verfertigt und die Gedichte Homers um die 69. Olympiade zuerſt in Syrakus vorgetragen habe ¹). Er wird alſo dort die von ihm interpolierten Gedichte in ihrer neuen Faſſung rhapſodiert haben, ſo daß an der Jahreszahl 500 kein Anſtoß zu nehmen iſt. Hat er ſich doch auch in dieſer Stadt durch den Hymnus auf Apoll ſpeziell eingeführt, indem er in den von ihm eingeſchobenen Verſen 1418 die Geburt der Artemis nach Ortygia, d. h. auf diedοος von Syrakus, verlegte und den neuen Hymnus als Proömium vortrug?), nachdem er den deliſchen mit den pythiſchen vereinigt hatte. Es iſt nun in hohem Grade auffallend, daß in allen ſpäter eingeſchobenen Teilen der Odyſſee, beſonders der Telemachie und den mit ihr zuſammenhängenden Büchern die Beziehung zu Athen beſonders hervorgehoben wird. Vielfach iſt von den Gelehrten bemerkt worden, daß die Verſe 7981 des VII. Buches attiſche Interpolation ſeien. Athene begibt ſich von Scheria nach Marathon und dem breitſtraßigen Athen, um im Tempel des Erechtheus zu verſchwinden. Dieſe Stelle, d. h. die ganze Einlage von 18 81,

¹) Nem. II. 1. Schol. Euſtath. 5; 6, 29. Villoison Aneed. II. 182 f. ²) Adam, Üüber die Unſicherheit u. ſ. w., S. 61 ff.