Aufsatz 
Die ursprüngliche Gestalt der Telemachie und ihre Einfügung in die Odyssee / von Ludwig Adam
Entstehung
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den Eurymachus zu heirathen, der die meisten Geschenke gibt; der Gattin des Odysseus selbst ist nicht recht zu trauen, sie könnte irgend ein Kleinod mitnehmen; enadlich soll er sich, weil seine. Mutter szin Haus verlässt, eine Sklavin aussuchen, die ihm das Haus verwalte. Von Euryklea oder Mentor, der von Odysseus zum Hausverwalter ausdrücklich bestellt war ¹), ist gar keine Rede, wie überhaupt all die angeführten Punkte im schreiendsten Gegensatz zur eigentlichen Anlage der Odyssee stehen. In der Verwendung der Attribute des zweiten Motivs ist der Einfüger sich völlig gleich ge- blieben, nur hat er diese hier zu sehr gehäuft, gleichzeitig aber dadurch selbst be- wiesen, dass auch der Hinterhalt der Freier von seiner Hand ist, wie wir oben behaupteten. Die Verse 10 14 finden sich schon in Nestors Rede(III 313 316) sowie Vers 29= IV 671 ist. Im Folgenden ist leicht ersichtlich, dass die Unter- redung des Menelaus und Telemach auf Athenes Worten aufgebaut ist; denn 88 ff. spricht letzterer davon, dass er keinen Aufseher über seine Güter zurückgelassen habe, dass er auf seiner Fahrt umkommen oder ihm ein Kleinod aus seinem Hause während seiner Abwesenheit entführt werden könne. Aus allen diesem erhellt: da Menelaus schon IV 590 ff. dem Telemach Becher und Mischkrug verspricht, die hier erst ge- holt werden, da 113 119 aus IV 613 619 wiederholt sind, da nach dem Resultate unsrer Darstellung XV 1119 ausfallen müssen: so folgte, ehe die Telemachie durch Vermittelung der Person Athenes nebst dem Hinterhalte der Freier der Odyssee einver- leibt worden waren, auf IV 619 sofort XV 120 ff. Dass dem aber wirklich so ist, ergibt sich aus den Worten Helenas ²) und der ganzen darauf folgenden Sachlage ³), nach der Telemach plötzlich wieder seinen Vater zu Hause treffen soll, wührend Penelope das Geschenk Helenas an Telemach aufbewahren wird, bis dieser sich verheirathet: Wider- sprüche, die nur in der von uns angegebenen Weise erklärt werden können.

Auch 147 183 müssen jetzt fehlen. Ist es schon wunderlich, dass Menelaus, nachdem die Freunde schon vor dem Hause sind, ihnen nochmals nachgeht, um zu spenden, was er weit besser während oder nach dem Mahle(142) hätte thun können, so erinnert der Wunsch des Jünglings, dass er seinen Vater zu Hause treffen möge,¹) sehr lebhaft an den Einfüger der Stelle über den Aufenthalt des Odysseus im IV. Buche. Wenn dazu noch das Vogelzeichen von Helena auf die Heimkehr des Odysseus oder gar die bereits erfolgte Rückkehr gedeutet wird), wenn der Jüngling diesem Wunsche beistimmt), so sind auch diese dem der Telemachie ursprünglich fremden Gedanken entsprungen, die Rückkehr des Helden möglich zu machen und müssen daher dem Einfüger dieses Gedichtes zugeschrieben werden. Es folgte auf 146 ursprünglich 184.

Es handelt sich endlich noch um Herstellung des Schlusses der Telemachie. Die Scene mit Theoklymenos ist aus verschiedenen Gründen nicht von unserm Ein- füger. Während so eben alle das Schiff bestiegen haben und die Gefährten schon an deu Rudern sitzen, soll sich Telemach noch, man weiss nicht mit was, beschäftigen und opfern. Düntzer will deshalb 217 221, die sich nicht mit 222 vereinigen lassen, tilgen. Wir dagegen behaupten 222 291 sind nebst allen übrigen von Theoklymenos handelnden Scenen spätere Zuthat eines andern Interpolators. Denn wenn der Dichter das, was schon 220 f. geschehen ist, nochmals in 287 ff. ausführlicher beschreibt, so ist eine von beiden Handlungen entschieden unächt. Da nun nach 268 Odysseus, wie Telemach selbst behauptet, todt sein soll, nach 518 f. Eurymachus die Penelope hei' rathen und des Odysseus Königswürde haben will, nach der vom Einfüger der Tele- machie veränderten Grundlage aber Telemach nicht von dem Tode seines Vaters sprechen konnte; da Theoklymenos 533 erklärt, dass das Königthum im Hause des Odysseus bleiben werde, und Telemach nach 523 f. das Verderben der Freier wünscht und deshalb 539 ff. mit geändertem Plane den Piraeus zur Bewirthung des Fremdlings

¹) II 225. ²) XV 127 f. ³) Vergl. besonders XV 154 ff., 174 fl.) XV 156 ff. ⁵³) XV 174 ff. 6) XV 180 f.