Aufsatz 
Die ursprüngliche Gestalt der Telemachie und ihre Einfügung in die Odyssee / von Ludwig Adam
Entstehung
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In der früheren Abhandlung haben wir darauf hingewiesen, ¹) dass jene Stelle, welche Athene über den Grund der langen Abwesenheit des Odysseus in den Mund gelegt wird ²) und eine andre, welche von Antiphos handelt, der zuletzt vom Cyklopen verzehrt worden sein soll, ³) auf das jüngere Alter der Telemachie hinweisen. Denn die Scholien ¹) erzählen etwas, wovon auch Tzetzes berichtet. 5) Diese Fabel aber, nach der Cyklopen und Lästrygonen zusammen wohnten, findet sich nur bei späten Schriftstellern. 6e Es muss ferner auffallen, dass die Sitten und der Charakter des Cyklopen ganz anders geschildert werden, wie es sonst in der Odyssee geschieht. ²) Wenn nämlich dieser, wie die Scholien zur ersten Stelle berichten, mit seinen Leuten wegen des Raubes seiner Tochter gegen Odysseus zieht; wenn gesagt wird, dass der Eurymide Telemos ihm eine Weissagung gegeben habe,) eine Schilderung, die sehr wenig zu den prahlerischen Worten passt, dass er sich weder um Menschen noch Götter kümmere: so haben wir darin eben die Spuren der jüngeren Sage, nach welcher Polypbems Tochter sich in einen Gefährten des Odysseus verliebt und von diesem entführt wird. Der Vater verfolg die Flüchtigen mit Hülfe der Lästrygonen und sucht seine Tochter wieder zu erhalten. Neben dieser menschlicheren Gestaltung der Sage läuft wieder jene rohere her, nach der Antiphos, ein Gefährte des Odysseus, zu- letzt vom Cyklopen gefressen wird. Ist schon die Nennung des Namens auffallend, der im 9. Buche nicht erwähnt wird, so. muss auch hier wieder auf die Uebereinstim- mung mit Tzetzes hingewiesen werden, der eben jenen Antiphos anführt und auch den Eurylochus erwähnt.*) Damit hängt aber auch aufs engste jene Zenodotische Leseart zusammen, die I 93 Koyjryy statt vndorhy und 285*e**εω ϑ Ko*i ι οππαο Tdoεεέ*ωα õμαννς d ν bot, während er freilich an ein paar andern Stellen nicht s0 las. 10) In dieser Beziehung ist die weitere Bemerkung des Scholiasten zu I 285 ς(TAdααφαο) aie I⁴eοτν εειασ ο σrvyxdver Twaοe; keineswegs eine müssige zu nennen, weil sie zur Bekräftigung jener Zenodotischen Leseart beiträgt. Warum nun grade an einigen andern Stellen nicht die varia lectio KOn* τν angegeben werde, wird sich im Laufe unsrer Untersuchung ergeben; hier genügt es, darauf hingewiesen zu haben, dass in jener Aenderung des Textes keine Willkühr, sondern nur ein Hin- weis auf jene Fassung der Sage liegt, nach der Odysseus dem Idomeneus seine Abenteuer und darunter jene Liebesgeschichte seines Gefährten mit der Tochter Poly- phems erzählt. ¹r) Demnach könnte ganz gut Idomeneus der Erzähler von der Griechen Heimkehr statt des Menelaus gewesen sein und zwar um so mehr, weil, wie wir ja

¹) Progr. S. 10. ²) Od. I. 198 f. ³) Od. II. 19 ff.) Schol. Od. 1 69,198.) Chiliad. X 360.) Dictys Cret. VI 5, Malalas(corp. script. hist. byz.) V 148.*) IX 125 ff., 272 ff. s) IX 507 ff.

5) Chiliad, X 360: Ey Odbaεiςᷣ OLO TDv O55950, Le-et dy nSetc AL,αρς ꝙτε, Aliaλμοο, Abx³οον eco ν 30 Köxkonoc oaty T Sik- Avcih.* Lehe⸗ Heràâ, at ESSPDNNOb Avri H οο, EDbNEOVTO;X, Ageidaνεοςι, Msvéroo, dv KöXNGA HL J0v2 O 01SvOv O t. K-S4ς xu* LrHartiob ts d de Je elet, A) Notc

0) II 327, 359. 1V 702 vergl. Eustath. 1394, 42. 11) Dict. VI 5 vergl. bei Stiehle Philol. X 1,152

die Schicksale des Idomeneus.

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