— ſtellung beſchränkter Gebiete handelt, tritt für einzelne Theile des Geſammtbildes eine Ausarbeitung ins Detail ein, welche, wenigſtens für mittlere Stufen, wiederum zwiſchen mehr und weniger weſentlichen Windungen unterſcheidet, alſo auf einer untergeordneten ſchematiſchen Reducierung fußt.
.An die Flußläufe ſchließen ſich bei der Skizzirung die Hauptgebirgszüge mit Leichtigkeit an. Bleibt der Atlas die Hauptgrundlage und der Ausgangspunkt für den Unterricht, ſo wird gegen eine andeutende Darſtellung der Gebirgszüge durch Linien nichts einzuwenden ſein. Handelt es ſich ja doch auch hier nur um eine oberflächliche Probe für die richtige Auffaſſung des Kartenbildes, um ein Zeugniß für die ſtatt⸗ gehabte elementarſte Orientierung— und nur die elementarſte Grundlage der Topik habe ich bei der ganzen Arbeit vorerſt im Auge—, welches wenigſtens in mittleren Klaſſen ſeinen Zweck vollkommen erfüllt, wenn es mit Strichen andeutet, was die Karte ausgeführt dargeboten hat.*)
Was von der Reduction bezüglich der Flußläufe und Gebirgszüge des Kartenbildes geſagt, iſt, das gilt endlich auch für die Darſtellung der territorialen Umriſſe kleinerer oder größerer Gebiete, welche zu⸗ nächſt auch in großen Zügen zu geben und bei richtiger Anleitung in kürzeſter Friſt zu fertigen ſind. Nach⸗ dem aber die Flußläufe in ihrer Hauptgeſtaltung dem Schüler bereits bekannt ſind, hält es ihm nicht ſchwer— die regelmäßige Gliederung des Territorialſchemas gibt ihm Anhaltspunkte dazu—, dieſelbe in ihrer ganzen Ausdehnung oder in einzelnen Theilen in die jedesmaligen Landesumriſſe einzutragen und im Anſchluß an dieſelben die Gebirgszüge mit Strichen und die Lage der Städte mit Punkten oder kleinen Kreiſen anzudeuten. Jetzt iſt es auch geboten, die oben erwähnte Ausarbeitung ins Detail, wo ſolche er⸗ forderlich iſt, vorzunehmen. Dies Alles zuerſt im Anſchluß an den aufgeſchlagenen Atlas. Bei wieder⸗ holter Skizzirung wird derſelbe geſchloſſen und erſt, wenn das Gedächtniß verſagt, oder zur Correctur wieder zu Rath gezogen.
Alſo glaube ich zur Genüge dargethan zu haben, daß zur Herſtellung einer einigermaßen befrie⸗ digenden Skizze auf der Schule ein gewiſſer Schematismus, der ſeine Regel aus den weſentlichen Ge⸗ ſtaltungsdifferenzen des Kartenbildes herleitet, unentbehrlich iſt. Allgemeine, möglichſt einfache Schemata für die Ausbreitung und Gliederung des zu Skizzierenden bilden neben der Karte eine unentbehrliche Grund⸗ lage für die Skizze. In ein ſolches, mit geraden Linien ausgezogenes oder mit Punkten angedeutetes Schema ſind alsdann die Linienwindungen der Karte je nach der Ausdehnung des zu ſkizzierenden Gebietes in mehr oder minder reducierter Form einzutragen. An das„mehr oder minder“ endlich ſchließt ſich die dritte Forderung an, daß bei der Skizzierung in methodiſchem Stufengang vom Leichteren zum Schwereren, vom Einfacheren zum Complicierteren in der Weiſe fortgeſchritten werden ſoll, daß mit der Reduction im größten Maßſtabe, baſierend auf einem Kartenbilde im kleinſten Maßſtabe, begonnen und weiterhin in rich⸗ tiger Abſtufung zur Entwicklung des Details übergegangen wird.
Es erhellt zugleich aus obiger Auseinanderſetzung, wie meine Anleitungen zur Darſtellung geogr. Skizzen, unabhängig von beiden entſtanden, ſich zu den mir erſt ſpäter bekannt gewordenen Arbeiten von Dronke und Kaufmann⸗Maſer verhalten, wie ſie ſich nach der erſten Forderung Dronke, nach der zweiten Kaufmann⸗Maſer nähern, während bezüglich der dritten Forderung eine Uebereinſtimmung mit Stößner zu Tage tritt.
Dies Alles unter der Vorausſetzung, daß überhaupt gezeichnet werden ſoll. Das geogr. Zeichnen halte ich aber mit Prof. Wagner(Th. 1) für unentbehrlich im geogr. Unterricht. Eine eingehendere Motivierung nach dieſer Seite geſtattet mir der Raum nicht; nur eines möchte ich Angriffen gegenüber, die auf die zeichnende Me⸗ thode gemacht werden, bemerken. Zweifel hinſichtlich der Berechtigung der zeichnenden Methode können meines Erachtens nur von Leuten ausgehen, die für eine raſche und ſichere Auffaſſung von räumlichen Dingen in her⸗ vorragendem Maße begabt ſind. Solche Leute bedürfen der Skizzierung nicht. Ohne daß ſie ſonderliche Mühe
*) Eine weitere Erörterung dieſes Punktes unter Berückſichtigung der oberen Stufen des geogr. Unterrichts ver⸗ ſpare ich auf eine andere Gelegenheit.


