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. digkeit entstanden, sie zu einer Satzfügung zu verwenden. In dieser Hinsicht sind die indo- germanischen Sprachen die interessantesten; weniger die semitischen, die es zur feineren Satzbildung, zu einer vollkommeneren Periodologie nicht gebracht und desshalb auch weniger Flexionsformen geschaffen haben. Oder will man den 7 Mangel an Syntax lieber aus dem Mangel an bildsamer Formation erklären? Jedenfalls steht Beides in einem innigen Zusam- menhange, wiewohl das Chinesische lehrt, dass es eine Syntax durch selbständige Wörter, nicht durch Flexion gibt. S. Haupt, allgemeine wissenschaftliche Alterthumskunde, I, S. 239 f. Der Sprachgenius des Griechischen und Lateinischen nun hat in syntaktischer Hinsicht sich sehr„wirksam bewiesen.—
Welch' geschickten Gebrauch der Conjunctionen hat die Aushildung der oratorischen Periode unter den Einflüssen des öffentlichen Lebens veranlasst! Welche Dialelttik offenbart die griechische Sprache im Gebrauche der Modi und Partikeln! Wie hat allein das Wört- chen dv den Scharfsinn der Grammatiker und Lexikographen beschäftigt! Welche Eleganz zeigt jener sermo urbanus, qui prae se fert in verbis et sono et usu proprium quendam gustum urbis et sumtam ex conversatione doclorum tacitam eruditionem, Quintil. inst. orat. 6, 3, 17, in Anwendung verschiedener Tempora, um Urtheile und Bitten, Befehle und Ermahnungen, Forderungen und Versicherungen glimpflich auszusprechen! Man betrachte allein die Formen der hypothetischen Sätze und man wird die Subtilität des dialektisch- linguistischen Geistes bewundern müssen. Dass übrigens die Untersuchungen darüber, was von syntaktischen Bildungen aus der den classischen Völkern eigenthümlichen Anschauungs- und Vorstellungsweise abzuleiten sei, nicht auf der Oberfläche liegen, ist Jedem einleuchtend. Analogieen führen auf überraschende Resultate; haben doch auch die bessten Schriftsteller per analogiam Manches componirt, was den sonstigen traditionellen Sprachverhältnissen nicht ganz angemessen erscheint. Gewisse Verbal-Begriffe wurden z. B. mit dem oder jenem Casus verbunden. Man befolgte dieselbe Regel bei Wörtern verwandter Bedeutung, die sonst
nach einer anderen Weise construirt wurden. Es hat namentlich der Hellenismus auf die Latinität zur Composition ähnlicher Wortverbindungen bedeutenden Einfluss geäussert. Man denke an Attraction und Antiptosis, an die Structur mancher Verha, an die Casus absoluli u. s. wW. Wir erwähnen noch eine der auffallendsten Erscheinungen. Es ist der Gebrauch vieler absoluten Adjectiva in einem relativen Sinne, also auch in Verbindung mit einem Casus, welcher Gebrauch sich besonders bei Dichtern und Schriftstellern der silbernen Zeit findet. Es gehören dahin Adjectiva wie manifestus, callidus, securus, certus u. s. w., die durch eine kleine Niancirung ihrer Bedeutung der Rection des Genitivs fähig werden. Doch sind keine weiteren Beispiele nöthig, um die freie Bewegung der syntaktischen Formation und ihre Bestimmbarkeit von aussen her nachzuweisen. Von sélbst aber versteht sich, dass der historische Pragmatismus zur. rationalen Auffassung und Erklärung der Wortverbindungen die verschiedenen Zeitalter der Sprache und den individualen Gebrauch der Schriftsteller unterscheiden müsse, damit er sich des Einzelnen und seiner Gründe bewusst werden könne. . 3*
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