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Bemerkungen frei halten, die nur Idiotismen eines besonderen Schriftenthums, z. B. des poetischen, oder eines einzelnen Schriftstellers, vielleicht auch archaistische Formen und Fügungen, welche der mustergültige Sprachgebrauch beseitigt hat, betreffen. Dergleichen Erörterungen kann man recht gut für Scholien und Commentarien aufsparen. Wie die Ge- schichte nur dasjenige berichten soll, was wirklich auf die Zustände des Volkes bedeutenden Einfluss geäussert hat, also das allgemein Wichtige und Interessante; so hat auch die Grammatik nur das aufzunehmen, was sich bei den bewüährtesten Schriftstellern in gleicher Weise findet, demnach als eigentliches Sprachgesetz historisch begründet und merkwürdig ist. Was als exoôlete und obsolete Form, als Barbarismus und Solöcismus erscheint, über- lasse man dem Interpreten an der geeigneten Stelle auseinanderzusetzen, der die grammati- schen Eigenthümlichkeiten eines Schriftstellers eben so, wie die lexikalischen zu exponiren hat; Eigenthümlichkeiten, die vielleicht auf Localität, besonderen Lebensverhältnissen, auf psychologischem Charakter oder anch auf Nachlässigkeiten der Schreibart beruhen.
In das geschichtliche Material der Philologie kommt durch Pragmatismus ein ratio- nales Element, so dass das linguistische Wissen zu einem empirisch-rationaien sich gestaltet. Wir haben hier nicht nöthig, im Einzelnen zu entwickeln, was auf die Sprachbildung, insbesondere des Griechischen und Lateinischen, welche Sprachen wir unserem Zwecke ge- mäss zunächst berücksichtigen, Einfluss gehabt habe. Die griechische und römische Cultur- und Litteratur-Geschichte--hat die Aufgabe, die hier in Frage kommenden, wirkenden Ur- sachen gehörig auseinander zu setzen. Wir wollen blos erwähnen, dass auch aus dem Grunde, weil man schon auf defl Gelehrten-Schulen etwas Genaueres über die Sprachentwickelung zu lehren hat, ein besonderer, mehr’übersichtlicher Unterricht in der Litteratur-Geschichte, der sich nicht in alle Einzelnheiten rücksichtlich der Lebensverhältnisse der Schriftsteller, der Ausgaben ihrer Werke, der Exegese u. s. w. verlieren darf, aber das Charakteristische des Zeitalters, die Tendenz des gesammten Schriftenthums und seiner Arten darlegen muss, nöthig und nützlich ist. Zu jenem Zwecke reicht die Isagogik, die man der Erklärung dieses oder jenes Buches vorhergehen lässt, auch wenn sie das ganze Genus des betreffenden Lit- teratur-Zweiges im Ange hat, nicht aus. Wenn man die Zeit, die auf die sogenannten ausführlichen Einleitungen verwandt, also der Interpretation selbst entzogen wird, zusammen- rechnet, so gewinnt man Stunden für den Unterricht in der griechischen und römischen Litteratur- Geschichte. Damit ist ein oft vorgebrachter Einwurf beseitigt. Ausserdem enthalten auch jene Einleitungen nicht selten ungehörige Dinge, z. B. ausführliche Aufzühlung sämmtlicher Codices einer Schrift, gelehrte Beschreibung aller einzelnen Stücke des griechischen Theaters. Dergleichen Expositionen werden bei unserm Vorschlage abgeschnitten oder beschränkt. Man braucht dann nur wenige isagogische Bemerkungen über den Schriftsteller und sein Werk, über seinen Chrarakter und seine Eigenthümlichkeit, insbesondere über den Inhalt des vorliégenden Buches und die Methode der Behandlung desselben voranzuschicken und kann sofort zur Lectüre oder Interpretation schreiten. 1
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