dung; ſparſam ohne Geiz; betriebſam ohne Habſucht; Vertheidiger der Wahr⸗ heit und des Rechtes ohne Leidenſchaft; kurz in Allem wohlgefaͤllig und liebevoll.
3) Foͤrdert wahre aͤsthetiſche Bildung die Froͤmmigkeit, dieſe Wurzel aller menſchlichen Tugend. Denn ſie laͤßt uns in dem Schoͤnen und Erhabenen der Natur das Ewige ahnden, und das Walten der allliebenden heiligen Allmacht. Ueberall fuͤhlt ſich der aͤsthetiſch Gebildete in Gottes heiliger Naͤhe. Lachende Fluren, ſchauervolle Waͤlder, ſanfte Thaͤler, himmelanſteigende Berge, heulende Winde, brauſende Meere, das Rollen des Donners, der erhabene Glanz des ſternbeſaͤeten Himmels— verkuͤnden ihm laut des Schoͤpfers Naͤhe, Liebe und Macht. Begeiſterung, Reſignation und Anbetung, dieſe drei himmliſche Bluͤthen der Froͤmmigkeit, erſtarken in des Edlen Bruſt.— Kein Beiſpiel enthaͤlt die Geſchichte von einem wahrhaft aͤsthetiſch Gebildeten, den nicht Froͤmmigkeit ſchmuͤckte. Zieht ihn auch einmal ſeine irdiſche Natur vom Wege der Tugend hinweg; ſo fuͤhrt ihn ſein lebendiger Glaube bald mit Reue auf denſelben zu⸗ ruͤck. Als Beiſpiele nenne ich den ſanften, gottergebenen Gellert, den er⸗ haben frommen Schiller und den hochbegeiſterten himmliſchen K lopſtock.
40 Aeußert aͤsthetiſche Bildung einen wohlthaͤtigen Einfluß auf die Ver⸗ ſchoͤnerung der Gebaͤude, Verzierungen und Gebraͤuche der Kirche. Es werden die neuen Kirchen in einem edlen, ihrer hohen Beſtimmung entſprechenden Style erbaut; die Verzierungen werden geſchmackvoll und ſparſam angebracht. der Kirchengeſang wird einfach und herzerhebend; und alle Gebraͤuche werden ſchoͤn und wuͤrdevoll ausgefuͤhrt.
5) Endlich werden auch alle Profangebaͤude durch die allgemeine Verbreitung der aͤsthetiſchen Bildung einfacher und edler, und die Geſtalt ſo vieler Kunſt⸗ erzeugniſſe wird zweckmaͤßiger und gefaͤlli iger; und es werden die rohen, uned⸗ len und verderblichen Vergnuͤgen und Sitten immer mehr durch die ſchoͤnen Zuͤge des aͤsthetiſch Gebildeten verdraͤngt, wie ſie Y enthaͤlt.—
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