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Die Wirkungen der Geſchmacksbildung:
1) Gewaͤhrt aͤsthetiſche Bildung die zweckmaͤßigſte Erholung und die edel⸗ ſten Freuden. Endlich und beſchraͤnkt ſind naͤmlich die Kraͤfte des Menſchen, und daher nach ernſter Beſchaͤftigung der Abſpannung und Erholung beduͤrftig. Da werden nun meiſtens zur Erholung gewaͤhlt: erſchoͤpfende Taͤnze, uͤppige Mahle, berauſchende Getraͤnke und Gewinn verheißende Spiele. Dieſe Ver⸗ gnuͤgen aber ſind koſtſpielig, ſchwaͤchen den Koͤrper, machen nicht ſelten unfaͤhig zur Erfuͤllung der Pflichten, und untergraben unmaͤßig genoſſen oft das Gluͤck des Lebens. Die Freuden am Schoͤnen und Erhabenen ſind nun zwar weniger ergreifend, als die genannten, aber ſie erfreuen ohne Nachreue; ſie erheben die Kraͤfte, und beleben mit friſchem Muthe zur neuen Thaͤtigkeit; und unentgeld⸗ lich bietet ſie die unendliche Liebe des Schoͤpfers in den zahlloſen Schoͤnheiten und Erhabenheiten der Natur.— Auch haben geehrte Maͤnner erzaͤhlt, die Liebe zur Muſik und die Uebung darin habe wie ein Schutzgeiſt ſie vor jugendlichen Verirrungen bewahrt, in die mehrere ihrer ſtudirenden Freunde zu ihrem Ver⸗ derben verfallen waͤren.
2 Verſchoͤnert aͤsthetiſche Bildung das Aeußere des Menſchen, d. h. Alles, was Andere an ihm bemerken; denn derjenige, in dem ein kraͤftiges Schoͤnheits⸗ gefuͤhl lebt, wird ſich aus allen Kraͤften bemuͤhen, ſein ganzes Leben ſchoͤn zu geſtalten. Die Haltung ſeines Leibes wird wohlgefaͤllig und kraͤftig; ſeine Mie⸗ nen und Gebehrden zwanglos und ſchoͤn; ſeine Sprache richtig und edel; in Kleidung und Hausgeraͤthe herrſchet edle Einfalt; ſorgfaͤltige Reinlichkeit ſchmuͤckt alles Seinige, ſo wie kunſtloſe Ordnung; ſeine Tafel iſt einfach, wie Mutter Natur es gebeut; und alle ſeine Umgebungen werden nach Kraͤften verſchoͤnert. Im Umgange mt Andern erſcheint er wuͤrdevoll ohne Steifheit; geſellig ohne Wegwerfung; gefaͤllig ohne Kriecherei; theilnehmend ohne Empfindelei; ein Ver⸗ ehrer des Alters, des Standes ohne Schmeichelei; heiter ohne Ausgelaſſenheit; maͤßig ohne Truͤbſinn; beſcheiden ohne Stumpfheit; freigebig ohne Verſchwen⸗


