Aufsatz 
Über die Bildung des Menschen / von Wilhelm Frorath
Entstehung
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und vergeht Alles geſchieht nothwendig wie es geſchieht. Jede Urſache iſt bedingt, oder die Wirkung einer vorhergegangenen Urſache: Im ewigen Seyn aber die Geſetze der Freiheit: Jeder ſei gerecht und guͤtig Es geſchieht Alles durch Freiheit Es gibt eine abſolute ewige Urſache, als Schoͤpfer des Weltalls.

2 Die gerechtfertigte Unterſcheidung der drei Ueberzeugungsarten: Wiſ⸗ ſen, Glauben und Ahnden, nach der wir um das Endliche wiſſen, an das Ewige glauben und in den Schoͤnheiten und Erhabenheiten der Natur das Ewige ahnden, oder nach der Volksſprache die Spuren der Gottheit erkennen.

Nach dieſer Vorausſchickung ergibt es ſich nun, daß das Schoͤne und Er⸗ habene gefaͤllt, weil es Symbole des Ewigen ſind; weil wir darin durch Ge⸗ fuͤhl das Ewige ahnden, oder nach der Volksſprache die Spuren der allwalten⸗ den Liebe vernehmen. Daraus folgt dann nun weiter: 1) daß nichts ſittlich Boͤſes ſchoͤn und erhaben ſeyn koͤnne; 2) daß es der Zweck der ſchoͤnen Kuͤnſte iſt, das Ewige darzuſtellen. Eben daſſelbe ſagt Hr. Profeſſor Fries, Kritik III. Thl., Seite 312, nachdem er die verſchiedenen Grade der Schoͤnheit ſo beſtimmt hat: die koͤrperliche Schoͤnheit in Geſtalt und Spiel; die geiſtige Schoͤnheit des Ausdrucks in der menſchlichen Geſtalt, ein Wiederſchein der in⸗ nern; und die Schoͤnheit der Seele und Erhabenheit des Characters, die hoͤchſte Aufgabe des Lebens und der Kunſt.

Das Luſtgefuͤhl nun, wie fern wir dadurch das Schoͤne und Erhabene er⸗ kennen, heißt Geſchmack, wozu die Anlage, wie zur Erkenntniß und Sittlichkeit, im menſchlichen Geiſte gegruͤndet iſt. Dieſe Geiſtesanlage aͤußert ſich unter allem am ſpaͤteſten; weil ſie ſchon einen hohen Grad intellectueller und ſittli⸗ cher Bildung, und einen gewiſſen Wohlſtand vorausſetzt. So lange naͤmlich die Erkenntniß⸗Anlagen noch unausgebildet ſind, werden die leiſen Klaͤnge der Schoͤnheit dadurch nicht vernommen. So lange die Herbeiſchaffung der erſten Beduͤrfniſſe den Menſchen noch ganz beſchaͤftigt, unterdruͤckt der thieriſche Trieb

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