hoͤhet, aber nicht ſeine Schoͤnheit. So gefaͤllt von zwei gleichſchoͤnen Vaſen des Stoffes wegen eine goldene mehr, als eine eiſerne.
6) Das Erhabene, welches durch ſeine unermeßliche Ausdehnung oder Kraft ein ernſtes Wohlgefallen erregt, wie der ſternbeſaͤete Himmel, die Ge⸗ walt eines tobenden Vulkans. Es zerfaͤllt in das mathematiſche und dynami⸗ ſche, wovon jenes durch ſeine unermeßliche Ausdehnung, dieſes durch ſeine un⸗ ermeßliche Kraft gefaͤllt.
Vergleichen wir nun die hier aufgezaͤhlten Arten des Wohlgefaͤlligen unter einander; ſo ergibt es ſich, daß wir das Angenehme, Bildende und Gute nach Wertzgeſetzen beurtheilen, die in uns liegen, oder als Gegenſtaͤnde, deren Zwecke in uns ſind. Wir wuͤnſchen daher auch nothwendig, daß die Gegen⸗ ſtaͤnde dieſes Wohlgefallens vorhanden ſind, und nennen dieſes Wohlgefallen material intereſſirt. Dagegen beurtheilen wir das Schoͤne und Erhabene nach unausſprechlichen Werthgeſetzen in ihnen ſelbſt, oder als zweckmaͤßig an ſich, wie Perſonen. Da hier nun eigentlich die Form gefaͤllt, ſo wuͤnſchen wir auch nicht nothwendig, daß die Gegenſtaͤnde dieſes Wohlgefallens vorhanden ſind, ſondern es koͤnnen dieſelben auch nur der Einbildung vorſchweben. Daher nen⸗ nen wir das Wohlgefallen daran auch nur formal intereſſirt. Das material intereſſirte Wohlgefallen am Angenehmen, Bildenden und Guten treibt an, nach den Gegenſtaͤnden deſſelben zu ſtreben, und heißt practiſch. Das formal intereſſirte Wohlgefallen am Schoͤnen und Erhabenen treibt nicht nothwendig zum Streben nach den Gegenſtaͤnden deſſelben, und heißt beſchaulich.
Es entſteht nun nothwendig die Frage nach dem Grunde des Wohlgefal⸗ lens am Schoͤnen und Erhabenen. Um dieſe gehoͤrig zu beantworten, ſcheint es mir noͤthig aus meiner Abhandlung im Programme von 1823 hier Folgen⸗ des wieder in's Gedaͤchtniß zu rufen: 3
20 Die wohlbegruͤndete Unterſcheidung eines endlichen und ewigen Seyns, nach der in jenem die eiſernen Geſetze der Natur gelten: Alles entſteht, altert


