Aufsatz 
Über die Macht der Gewohnheit auf die Gestaltung des menschlichen Lebens
Entstehung
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Nichtbefolgung der Geſetze verleiten. Leider! wurde auch hier ſchon auf eine oder die andere Art in dieſem Punkte gefehlt.

B. Zeige ich, daß der Ungehorſam in den drei obenge⸗ nannten Perioden des Lebens die Quelle aller boͤſen Gewohnheiten iſt.

In der Kindheit im elterlichen Hauſe ſind es allein die Vorſchriften der Eltern, die das Kind richtig zu fuͤhren vermoͤgen, da es ihm ja noch an aller Einſicht und Erfahrung gebricht. Werden nun dieſe Vorſchriften nicht puͤnktlich befolgt, ſo iſt eine ordentliche Bildung des Kindes undenkbar. Denn durch die Vorſchrift, ſich vom Unreinen, Falſchen, Haͤßlichen und Boͤ ſen zu enthalten, wird der Abſcheu davor in einem Kinde, das dieſelbe faſt immer uͤbertritt, noch nicht zur ſchuͤtzenden Gewohnheit. Durch die Anwei ſung zum Fleiße, zur Ordnung, zur Maͤßigung, zur Anſtaͤndigkeit ſchlagen dieſe Tugenden im Herzen des Kindes, das ſie faſt niemals befolgt, noch keine Wurzel. Die Vorſchriften der geſelligen Tugenden bringen dieſelben einem Kinde noch nicht, das ihnen meiſtens zuwiderhandelt. Die heiligen Lehren der Religion veredeln und erheben das Herz des Kindes noch nicht, deſſen Handlung denſelben ſo ſelten entſpricht. Kurz durch das Vorhalten und Anempfehlen der Pflichten keimt und treibt noch keine Liebe zum Guten in Kindern, deren Wandel faſt immer damit in Widerſpruch iſt. Weil naͤmlich alle Vorſchriften meiſtens nicht befolgt werden; ſo verhaͤrtet die Nichtbefolgung derſelben und die verbotene Lebensweiſe zur verderblichen Gewohnheit. So verhindert dann Ungehorſam in der Kindheit nicht nur alle feſte Richtung zum Guten und alles Wachsthum darin, ſondern erzeugt noch Charakterloſigkeit, Unzuverlaͤſſigkeit, Laune, Eigenſinn, kurz den Samen zu allem Verderblichen, Haͤßlichen und Boͤſen. Ungehorſam macht ſo das