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nicht ganz ſo alle Schritte des Schuͤlers zu beobachten vermag. Da die ſchoͤ⸗ nen Anfaͤnge der Tugenden aus dem elterlichen Hauſe den vielfachen hohen Zweck der Schule ſo maͤchtig befoͤrdern, ſo ſtrebt auch die Schule vor Allem darnach, das ſtete Wachsthum derſelben zu foͤrdern. Außerdem legt ſie dem Schuͤler noch neue Verbindlichkeiten auf, theils zur zweckmaͤßigen und ſichern Erwerbung der noͤthigen Kenntniſſe, theils zur Befoͤrderung der phyſiſchen, moraliſchen und aͤsthetiſchen Bildung. Wie nun die tuͤchtige Schule mit der beſonnenſten Sorgfalt den Schuͤlern naturgemaͤße und ſtufenweiſe Anweiſun⸗ gen zur ſchoͤnen Fortbildung ertheilt; eben ſo wird ſie mit der groͤßten Wach— ſamkeit die Schuͤler zur puͤnktlichſten Befolgung jener Anweiſungen hinfuͤhren. Dadurch nun, daß die Schuͤler ſo zur ſteten zweckmaͤßigen Thaͤtigkeit, zur puͤnktlichen Ordnung, zur anhaltenden Aufmerkſamkeit waͤhrend des Unter⸗ richtes und zur genauen Befolgung der Geſetze der Schule und der Vorſchrif— ten des Anſtandes, der Ehre, der Tugend und Religion angehalten werden, erwachſen Fleiß, Ordnung, Aufmerkſamkeit, Anſtaͤndigkeit, Ehrliebe, Tugend und Religion bei ihnen zu ſtarken Gewohnheiten, und es wird der ganze Segen der Schule, eine allſeitige ſchoͤne Bildung, ihr kroͤnender Lohn.
Nun tritt endlich der gluͤckliche Schuͤler in die dritte ernſtere Periode des Lebens, in den Staat— geſchmuͤckt mit tiefen Kenntniſſen und einer allſeitigen ſchoͤnen Bildung, begleitet von der Achtung und Liebe der Mit— ſchuͤler und Lehrer, begluͤckt durch das frohe Bewußtſeyn eines ſchuldloſen, edeln Herzens, die Wonne und der Stolz liebender und hoffender Eltern.— Alles, was Fleiß, Faͤhigkeit und ein rechtſchaffenes Leben mit Beſcheidenheit zu hoffen berechtigt, darf er mit Zuverſicht vom lohnenden Vaterlande er— warten. Schon ſtark in der Liebe zum Wahren, Guten und Schoͤnen wird er den ihm gewordenen Ruf mit den edelſten Entſchluͤſſen antreten, und die Vorſchriften deſſelben, wie die des Staates, der Kirche, der Ehre puͤnktlich


