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Pflicht fuͤr die Eltern der ſtaͤdtiſchen und fuͤr die Koſtherren der fremden Schuͤler, aus allen Kraͤften den Gehorſam der Schuͤler befoͤrdern zu helfen, wie auch bisher von mehreren gewiſſenhaft geſchah.
B. Zeige ich, daß der Gehorſam die Quelle aller guten und ſchoͤnen Gewohnheiten ſey in den drei Hauptpe⸗ rioden des Lebens: in der Kindheit im elterlichen Hauſe; in dem Juͤnglingsalter in der Schule; in dem maͤnnlichen Alter im Staate.
Nur als zarter Menſchenkeim tritt das Kind aus der Hand des alllie— benden Schoͤpfers, und bedarf daher der ſorgſamſten Pflege, um ſich kraͤftig und ſchoͤn zu entwickeln, und einſt die goldene Frucht einer herrlichen Bil— dung zu tragen. Dafuͤr hat nun der Allguͤtige in der aufopfernden Liebe der zaͤrtlichen Mutter und in der beſonnenen Sorgfalt des ernſteren Vaters aufs Beſte geſorgt. Doch iſt der zarte Menſchenkeim in ſeiner groͤßten Un⸗ behilflichkeit faſt einzig der ſanften Hand der liebenden Mutter vertraut. Iſt nun durch ihre aͤngſtliche Liebe der Koͤrper des Kindes zu einigem Ge— brauche der Glieder erſtarkt, und ſein Geiſt aus dem ſchlafaͤhnlichen Zuſtande einiger Maßen erwacht; dann iſt es einzig der Gehorſam, wodurch die nun vereinigte Sorgfalt der Eltern die fernere Bildung ihres Lieblings gluͤcklich zu foͤrdern vermag.
Das Kind kann nur durch Gehorſam gegen ſeine Erzieher gedeihen, ſagt Fries in dem oben genannten Werke. Nun muß der Verſtand der El⸗ tern fuͤr das Kind denken; ihr Herz fuͤr daſſelbe lieben und haſſen; und ihr Wille fuͤr daſſelbe waͤhlen und handeln. Wird es nun ununterbrochen mit liebendem Ernſte vom Unreinen, Unanſtaͤndigen und Boͤſen abgehalten; ſo wird ihm der angeborne Abſcheu davor nicht nur erhalten, ſondern noch


