dir als bleibendes Eigenthum erwerben willſt, uͤbe ſo lange mit beſonnener Beharrlichkeit, bis es bei dir zur feſten Gewohnheit erwachſen iſt; denn erſt dann iſt es dein unverlierbares Eigenthum, und kleidet dich ſchoͤn.— Durch Nichtbefolgung des erſten Geſetzes ſind ſchon viele hoffnungsvolle Schuͤler in ſchaͤndliche Laſter verſunken. Weil ſie naͤmlich nicht aͤngſtlich genug rohe und boͤſe Geſellen vermieden, ſo wurde durch den oͤftern Umgang mit denſelben ihr Abſcheu vor dem Schlechten allmaͤhlig geſchwaͤcht, dann vernichtet, und endlich in die ungluͤckliche Neigung zum Laſter verkehrt. Man frage nur die vielen Anfangs fleißigen, ordentlichen und frommen Schuͤler, die nachher in Traͤgheit, Unordnung und Gottloſigkeit verſunken ſind, nach der Urſache ihres ſchrecklichen Ungluͤcks, und alle werdeu einſtimmig die Nichtbefolgung des erſten Geſetzes nennen.— Durch genaue Befolgung des zweiten Geſetzes ſind aber auch ſchon viele Anfangs rohe, traͤge und ungehorſame Schuͤler vortreffliche Menſchen geworden. Denn durch die Wichtigkeit dieſes uͤberaus klaren Geſetzes hingeriſſen, faßten ſie ernſte Entſchluͤſſe, anſtaͤndig, fleißig und gehorſam zu ſeyn, und beſolgten dieſelben mit aͤngſtlicher Beharrlichkeit, bis Anſtand, Fleiß und Gehorſam ihr bleibendes Eigenthum wurden.
Fuͤr Eltern, Lehrer und Alle, die auf die Erziehung der Jugend Einfluß haben, ergeben ſich aus allem Vorhergehenden folgende wichtige Regeln: 1. Entfernt mit beharrlicher Sorgfalt von der euch anvertrauten Jugend Al⸗ les, was ihren Abſcheu vor dem Falſchen, Haͤßlichen und Boͤſen ſchwaͤchen koͤnnte; vor Allem aber ſchwaͤcht ihn nicht ſelbſt durch ſchaͤndliche Worte und Werke! 2. Laßt keinen Fehler der Jugend zur Gewohnheit erwachſen, ſon⸗ dern fuͤhrt die Verirrten ſchnell durch Liebe und Ernſt auf die verlaſſene Bahn der himmliſchen Tugend zuruͤck! 3. Nuͤtzet jede Gelegenheit mit der groͤßten Aufmerkſamkeit, der Jugend Fleiß, Ordnung, Gehorſam, Anſtand, Wahrheit, Tugend und Religion uͤber Alles achtbar und liebenswuͤrdig zu


