Aufsatz 
Über die Entartung der Jugend in der neueren Zeit
Entstehung
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tugendhaften Eltern, Lehrern, und Menſchen aus allen Staͤnden, die das gefaͤhrliche Uebel mit ſeiner Quelle erkannten, durch Wort und Beiſpiel ei⸗ frig an der Verbeſſerung der Alten und Jungen gearbeitet.

Auf Eins moͤgte ich hier gerne noch aufmerkſam machen, naͤmlich, auf den philoſophiſchen Unterricht der Studirenden, der mir wegen ſeines außer ordentlichen Einfluſſes auf die Geſtaltung ihrer Denk- und Handelsweiſe noch lange nicht genug beruͤckſichtigt ſcheint.

Die Philoſophie hat in ihrem reinen Theile die Vernunftwahrheiten zur Klarheit zu entwickeln, was bei zweckmaͤßiger Behandlung eines jeden Lehr⸗ ſtoffes von einem philoſophiſch gebildeten tuͤchtigen Lehrer auch einigermaßen geſchehen kann. In dieſer Hinſicht waͤre dann Philoſophie als eigene Wiſ⸗ ſenſchaft entbehrlich. Aus dem Vorhergehenden iſt nun aber klar, daß ſich zwiſchen den Naturgeſetzen und den heiligen Wahrheiten ein Widerſtreit er⸗ giebt. Dieſen Widerſtreit hat auch die Philoſophie befriedigend aufzuloͤſen, die heiligen Wahrheiten gegen alle Anfaͤlle zu ſichern, und klar und unwi derlegbar darzuſtellen. Dieſes vermag nun keine andere Wiſſenſchaft; daher iſt daun der philoſophiſche Unterricht bei einer betraͤchtlichen Ausbildung der empiriſchen und rein phyſiſchen Wiſſenſchaften, wie jetzt, fuͤr Studirende un entbehrlich. Certissimum est atque experientia comprobatum, leves gustus in philosophia movere fortasse ad atheismum, sed pleniores haustus ad religionem reducere. Baco de Verulam. Die Maſſe der jetzt curſirenden empiriſchen und rein phyſiſchen Kenntniſſe ſind hier die lexes gustus in phi- losophia, die jeder Studirende hat. Was hier von den Leiſtungen der

Philoſophie geſagt wurde, gilt nur von der wahren Philoſophie, d. h. von 4