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und tugendhafte Eltern, Lehrer, Schriftſteller und Umgeber der Jugend, ſo wie viele gute und vortreffliche Toͤchter und Soͤhne— dochi ſt das entwor⸗ ſene Bild leider! im Ganzen zu wahr.
V. Was ſchon zur Verbeſſerung der Erziehung geſchehen iſt, und was noch zu wünſchen bleibt.
Soll dann nun durch Verdraͤngung der Verſtandesbildung die Verbeſſe⸗ rung der Menſchen herbeigefuͤhrt werden? Keineswegs, ſondern alle Anlagen ſoll der Menſch ausbilden, und damit wuchern. Denn nur der Menſch mit Licht im Kopfe und Glut fuͤr's Ewige im Herzen iſt der Gottheit ſchoͤnſtes Ebenbild. Auch hat die vervollkommnete Verſtandesbildung nicht jene Ver⸗ derbniß der Sitten gebracht, ſondern die neben ihr nicht vervollkommnete, oder vernachlaͤßigte, oder gar aufgegebene Bildung des Herzens. Hätte ſich Herzensbildung in gleichem Maße mit der Kopfbildung erhoben; ſo waͤr ihr der gebuͤhrende Vorrang ſicher geblieben, und damit der kraͤftige Einfluß auf die ſchoͤne Geſtaltung der Sitten.
Der Menſch bilde daher den Verſtand, damit er die Dinge der Natur und ihre Verwendung zu ſeinen mannichfachen Zwecken erkenne, das Weſen vom Zufaͤlligen ſcheide, und ſich gegen Trug, Irrthum, Aberglauben und Schwaͤrmerei ſchuͤtze. Er bilde das Herz, damit der ſinnliche Trieb gemaͤßigt, veredelt und der Leitung der Vernunft unterworfen werde; und damit die heiligen Wahrheiten im Menſchen zur Klarheit und Feſtigkeit entwickelt, und durch haͤusliche und oͤffentliche Andacht ſtets lebendig und wirkſam erhalten werden, damit ſie ihn durch das ſtuͤrmiſche und klippenvolle Meer des Lebens in Frieden und Freuden ſicher zum Hafen ſeiner hohen Beſtimmung geleiten.


