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gendhafte Lehrer die ihnen anvertraute Jugend noch mit liebendem Ernſte kraͤftig in Wahrheit und Tugend gebildet; ſo ward noch mancher hoffnungs⸗ volle Juͤngling, manche bluͤhende Tochter durch ehr- und ſchamloſe Schriften und durch ſchaͤndliche Beiſpiele ſchlechter Umgeber verderbt. Wer kennt nicht die Suͤndflut verderblicher Schriften, wer nicht die zerſtoͤrende Macht boͤſer Beiſpiele, wer nicht ungluͤckliche Opfer von beiden?
Hierzu kam noch ein verderblicher Mißgriff vieler ſelbſt redlicher Eltern.
Man hatte naͤmlich durch eine verkehrte Behandlung der Jugend große Be⸗
gierden im Herzen derſelben aufſchießen laſſen, und ihr zu fruͤhe eine Art Weltbildung gegeben, und ſie durch beides widernatuͤrlich aus dem ſeligen Kreiſe jugendlicher Freuden und Gedanken gleichſam herausgeriſſen,— und waͤhnte nun, ſie auch zu allen geſellſchaftlichen Vergnuͤgen und Genuͤſſen fuͤhren zu muͤſſen. Da gewoͤhnte ſie ſich dann, bei der Reizbarkeit ihrer ſinn⸗ lichen Triebe und bei der Schwaͤche ihrer maͤßigenden Grundſaͤtze und Ge⸗ fuͤhle, an Beduͤrfniſſe und Genußſucht, zum Nachtheile fuͤr Vermoͤgen, Geſund⸗ heit und Tugend. Auch wurde dadurch vorzuͤglich der Grund zum Mangel an Achtung vor Alter und Stand gelegt, der die heutige Jugend nicht ſelten entſtellt.
Zu allen dem kam noch als ſchrecklich wirkſames Mittel zur Verſchlim⸗ merung der Menſchen der lange, verheerende Krieg. Dieſer laͤhmte nicht allein auf lange Zeit die Kraft des Staates und der Kirche, die zweckmaͤßig geleitet allein die Menſchen vor Verſchlimmerung ſchuͤtzt und zur Veredlung fuͤhrt, ſondern untergrub auch auf eine ſchreckliche Weiſe durch viele ſchaͤnd⸗ liche Beiſpiele in jeder Art Laſter alles Gefuͤhl der Ehre und Schamhaftig⸗ keit, der Maͤßigung, der Treue, der Froͤmmigkeit.
So erklaͤrt ſich die Entartung der Jugend der neuern Zeit aus der ſchrecklichen Verirrung der Alten. Gewiß gab es noch immer viele fromme


