Aufsatz 
Über die Entartung der Jugend in der neueren Zeit
Entstehung
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20.

ſeres Gluͤck. Denn nothwendig faͤllt mit dem innern Glauben der aͤußere. »Wie konnte man an das Wort Gottes glauben, wenn man nicht ſchon glaubte daß ein Gott ſey« ſagt Ancillon in dem Werke uͤber Glauben und Wiſſen in der Philoſophie 1824. Viele Gelehrte hatten durch fleißiges Studium der Sprache der heiligen Buͤcher, der Geſchichte des Volks, unter dem ſie entſtanden, der Religionsgeſchichte und der heiligen Buͤcher ſelbſt ſchoͤne Beitraͤge zum beſſern Verſtaͤndniß dunkler Stellen derſelben geliefert.

Anſtatt nun auf dieſem einzig richtigen Wege fortzuſchreiten, legte der heilloſe Empirismus und Intellectualismus mit frevelnder Hand ſeinen irdiſchen Maßſtab, daß ſich Alles muͤſſe erklaͤren laſſen, an die heiligen Buͤ⸗ cher. Nun wurde ſo lange erklaͤrt und gedeutelt, bis alles Goͤttliche ver⸗ ſchwand, und was ſich nicht nach dieſem Maßſtabe fuͤgte, wurde als ſchaͤn⸗ dendes Anhaͤngſel einer banbiriſchen⸗ kindiſchen Vorzeit verworfen. So ſchwand bei Vielen alle Achtung vor geoffenbarter Religion, die weder in nern noch aͤußertt Glauben hatten. Aber auch Viele, die vorgaben, innern Glauben zu haben, waͤhnten vom Zeitgeiſte bethoͤrt in ihrem ſtraͤflichen, kurz ſichtigen Uebermuthe das aͤußere entbehren zu koͤnnen. Und doch hat Er fahrung in unzaͤhlichen Faͤllen gelehrt, daß mit Verwerfung des Poſitiven, dieſer noͤthigen Huͤlle des Ewigen, auch alle Ehrfurcht vor dem Ewigen ſelbſt verſchwand. So wurde dann auch die poſitive Religion, dieſe einzig ſichere Stuͤtze des Einzelnen, der Familien, der. Staaten, der Menſchheit, untergraben. Poſitive Religion zu haben galt bei Vielen fuͤr enteh⸗ renden Mangel hoͤherer Aufklaͤrung. Man ſprach, lehrte und ſchrieb nun oͤffentlich gegen Offenbarung und fuͤr Materialismus, Atheismus, Indif⸗ ferentismus.