Aufsatz 
Über die Entartung der Jugend in der neueren Zeit
Entstehung
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gelten ſoll, muß bewieſen, ſondern begruͤndet werden; und da es nach(I. 7.) drei Begruͤndungsarten gibt, Beweis, Vorweis und Nachweis, eigentlich, Alles, was als wahr angenommen werden ſoll, muß entweder durch einen Beweis, oder Vorweis oder Nachweis begruͤndet werden. In der angefuͤhr⸗ ten Stelle iſt nun unwiderlegbar gezeigt worden, daß nur abgeleitete Be⸗ hauptungen koͤnnten bewieſen werden, daß aber die urſpruͤnglichen in die Anſchauung fallenden vorgewieſen und die urſpruͤnglichen durch Denken klar werdenden nachgewieſen werden muͤßten. So gewiß es nun urſpruͤngliche, gewiſſe Saͤtze gibt, ſo gewiß iſt der Intellectualismus falſch. Auch iſt es einleuchtend, daß nur das Abgeleitete und das Zuſammengeſetzte durch das ihm zu Grunde liegende Urſpruͤngliche und Einfache koͤnne erklaͤrt werden, nie aber das Urſpruͤngliche und Einfache. Die heiligen Wahrheiten werden aber durch Nachweis begruͤndet, der eben dieſelbe Gewißheit gibt, wie Be⸗ weis und Vorweis; denn wie Schiller fingt:

Was die innere Stimme ſpricht,

Täuſcht die hoffende Seele nicht.

Waͤhrend ſo Empirismus und Intellectualismus bei Vielen die Ueber⸗ zeugung von den heiligen Wahrheiten theils ſchwaͤchten, theils vernichteten, ſanken auch fuͤr ſie die maͤchtigſten Gruͤnde zur Maͤßigung dahin. Da nun auch die groͤßere Naturkenntniß die Mittel zum Genuſſe vervielfachte, ſo er⸗ hob ſich die Genußſucht zur ſchrecklichen Staͤrke, und der heißhungrige Trieb zu genießen unterdruͤckte und erſtickte die hohen Gefuͤhle, die aus dem Be⸗ wußtſein der Wuͤrde der menſchlichen Natur entſpringen. So ſanken dann Viele zu genießenden Thieren herab, ſich Alles erlaubend, was die Strafe des weltlichen Richters nicht trifft.

Waͤhrend ſo die innern Gruͤnde der heiligen Wahrheiten bei Vielen ge ſchwaͤcht, ja vernichtet wurden, hatten die aͤußern, die Offenbarung kein beſ⸗