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zu ſchließen, was ſchon zur Verbeſſerung der Erziehung geſchehen iſt, und noch geſchehen muͤſſe.
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I. Die Grundzüge einer allſeitigen Erziehung.
Zweifach iſt die Natur des Menſchen, koͤrperlich und geiſtig; ſeine all⸗ ſeitige Bildung muß ſich daher uͤber beide erſtrecken, uͤber den Koͤrper als Diener, uͤber den Geiſt als Fuͤhrer und Herrſcher des Menſchen. Geſund⸗ heit, Kraͤfte, Dauerhaftigkeit, Gewandtheit und ſchoͤne Haltung der Theile und des Ganzen, machen den Koͤrper zum kraͤftigen und geſchickten Diener des Geiſtes. Die koͤrperliche Bildung hat deswegen die Erreichung des hoͤchſt⸗ moͤglichſten Grades dieſer Eigenſchaften zum unverwandten Ziele.
Die Bildung des Geiſtes beſteht wieder aus zwei weſentlich verſchiedenen Theilen, der Verſtandes⸗ oder Kopfbildung, und der Bildung des Herzens. Jene bezweckt die Bildung der erkennenden Sinnlichkeit, des Gedaͤchtniſſes, des Begriffs⸗, Urtheils⸗ und Schlußvermoͤgens ꝛc., und iſt theils formal, naͤmlich, Anregung, Entwickelung und Staͤrkung der genannten Vermoͤgen; theils material, naͤmlich, Erwerbung nothwendiger und nuͤtzlicher Kenntniſſe der Dinge der Natur und ihrer Verwendung durch Kunſt. Sind nun aber auch die Kopfanlagen auf die gluͤcklichſte Weiſe zu hohen Fertigkeiten ausge⸗ bildet, und haben wir vielſeitige, tiefe nuͤtzliche und ſchoͤne Kenntniſſe da⸗ durch errungen; ſo erheben wir uns damit allein doch nie zum Reiche der Geiſter empor. Nur Gegenſtaͤnde der ſinnlichen Welt und ihre mannichfache Verwendung zum Nutzen, zur Schoͤnheit, zur Luſt, werden uns dadurch be⸗ kannt, und die unvermeidlichen Geſetze der Natur: 1) Alles entſteht, altert und vergeht; D Alles, was geſchieht, hat eine Urſache; und geſchieht noth⸗ wendig; 3) Jede Urſache iſt wieder von einer andern bewirkt ꝛc. Kopfbil⸗


