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der Bergſtraße in dem Großherzogthum Baden als Lehrer der Mathematik und der Naturwiſſenſchaften im Herbſte 1856. Nach einer dreijährigen Thätigkeit daſelbſt folgte ich einer wiederholt an mich ergangenen Aufforderung des Herrn Schulrath, Profeſſor Dr. Stoy in Jena im Großherzogthum Sachſen⸗Weimar, zur Uebernahme des Mathematikunterrichtes an dem unter deſſen Leitung ſtehenden und ebenfalls mit einer Knabenerziehungsanſtalt verbundenen, Gymnaſial⸗ und Realclaſſen umfaſſenden Schulweſen. Von hier aus erhielt ich eine Berufung nach dem benachbarten Gera in dem Fürſtenthum Reuß jüngerer Linie als Oberlehrer an die Gewerbeſchnle daſelbſt, deren Directorium mir nach einem Jahre zugleich mit der Leitung der ſonntäglichen Zeichen⸗ und Webeſchule übertragen wurde. Nach einer durch Geſundheitsrückſichten veranlaßten etwa einjährigen Unterbrechung meiner unterrichtlichen Thätigkeit hatte ich dieſelbe als Lehrer der Mathematik mit Einſchluß der darſtellenden Geometrie an der Baugewerkſchule zu Höxrter an der Weſer in der Königlich Preußiſchen Provinz Weſtfalen wieder aufgenommen. Eine Berufung nach Dortmund in der nämlichen Provinz zur Einrichtung und Leitung einer neu zu gründenden ſtädtiſchen Hand⸗ werkerſchule hatte mich in einen neuen Wirkungskreis verſetzt, welchen ich aber mit Rückſicht auf meine durch Ueberarbeitung angegriffene Geſundheit nach Ablauf eines Jahres wieder hatte aufgeben müſſen. Mit Ausnahme einer für einige Monate über⸗ nommenen Stellvertretung des vorübergehend beurlaubt geweſenen Hauptlehrers für Mathematik und Naturwiſſenſchaften an der Handels⸗ und Gewerbeſchule zu Oſthofen in Rheinheſſen habe ich ſeit meinem Weggange von Dortmund in keiner amtlichen Stellung mehr verkehrt.“
Nach Birnbaum's Abgang übertrug Großherzogliche Oberſtudien⸗Direction durch hohes Decret vom 20. Februar 1873 dem Heinrich Schmidt, Hilfslehrer an der Großherzoglichen Realſchule zu Darmſtadt, die Verwal⸗ tung der Stelle. Er verſieht den Dienſt des beurlaubten Dr. Steinhäuſer ſeit dem 24. Februar.
Wir laſſen hier Schmidt's Perſonalien folgen:
Heinrich Schmidt, Sohn des verſtorbenen Sammtrechners Joh. Schmidt, geboren den 14. März 1852 zu Lauterbach in Oberheſſen, beſuchte das dortige Pri⸗ vatinſtitut bis Oſtern 1867, abſolvirte die Realſchule in Darmſtadt im Herbſt 1868 und beſtand Oſtern 1869 die Maturitätsprüfung am Realgymnaſium zu Eiſenach. Bis Herbſt 1869 beim Bau der oberheſſiſchen Bahn beſchäftigt, ging er zu dieſer Zeit als Studirender der Ingenieurwiſſenſchaften auf das Polytechnikum zu Darm⸗ ſtadt, machte 1870/71 als Freiwilliger den Feldzug gegen Frankreich mit und beſtand im Herbſt 1872 den philoſophiſchen Theil des Diplomexamens als Ingenieur. Wäh⸗ rend ſeines Studiums war er als Lehrer der Mathematik an Großherzoglicher Real⸗ ſchule und dem Inſtitute Schwarz in Darmſtadt thätig.
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