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Ahnlich blieben bei gleicher resp.(bei den freien Arbeiten) entsprechender Censierung die Ergebnisse bis Weihnachten. Ich gebe noch die Zahlen für die folgenden Arbeiten, soweit sie zu den hier behandelten vier ersten Kapiteln gehören. Vergl. hierzu die Ubersicht auf S. 6 und 7.
I. IIl. III. IV. vV. VI. I. II. III. IV. V. VI. IV. Gedicht. 14, 6, 1, 0, 0, 2 Schüler. VIII. Exercit. 9, 6, 4, 4, 0, 0 Schüler. V. Exercit. 9, 8, 4, 3, 0, 0„ IX. Freie Arb. 5, 6, 7, 4, 0, 0„ WI. Diktat. 10, 7, 3, 2, 1, 0„ X. Freie Arb. 6, 7, 3, 2, l, 2„ VII. Gedicht. 17, 4, 2, 0, 0, 0 6 XI. Ezercit. 5, 6, 6, 3, 1, 1 5
Die Praxis steht also hier mit der Theorie durchaus in Widerspruch. Es zeigt sich, dass die befürchtete Verwirrung nicht eintritt, dass also auch von einer Erschwerung der Arbeit nicht die Rede sein kann. Ganz im Gegenteil: die Trennung von Laut und Schrift bedeutet für Lehrer wie Schüler eine wesentliche Erleichterung. Es handelt sich eben nicht um eine Vermehrung, sondern um eine Teilung der Arbeit.*)
2. Bemerkungen über die Behandlung des Lautierkurses im einzelnen.
1) Die ersten drei Stunden wurden zur erneuten Einübung der aus dem Französischen bekannten stimmlosen und stimmhaften Reibelaute s-z, sh-zh, f-v und zur Einübung der beiden th-Laute verwandt. 2) Von Anfang an gingen Einzel- und Chorsprechen neben einander her. Das Chorsprechen
dient zur Belebung auch des neusprachlichen Unterrichts, denn es verhindert, dass die einzelnen Schüler längere Zeit nicht zur Bethätigung kommen. Andererseits können wirkliche Schwierigkeiten naur durch Beschäftigung mit den einzelnen erfolgreich bekämpft werden. 3) Mit der Übung der Sprachwerkzeuge ging die Ausbildung des Gehörs Hand in Hand. Vergl. 5 und 7. 4) Die Wörter und Sätze des Lautierkurses wurden bei der ersten Einübung sogleich an die
Tafel geschrieben und so das Ohr durch das Auge unterstützt. Am Schluss der Stunde trugen die Schüler das Durchgenommene englisch und deutsch in ein Heft ein.
5) In der nächsten Stunde schrieb ich das Deutsche an die Tafel, sagte hierauf, um etwaige
Fehler in der Hervorbringung der Laute gleich im Keime zu unterdrücken, das Englische noch einmal vor und liess es dann von den Schülern einzeln und im Chor herunterlesen. Zur Prüfung des Gehörs sagte ich andererseits das Deutsche und die Schüler das Englische. 6) Nach Erledigung von B, I, 1(S. 5 des Lehrbuchs) wurden unter Zugrundelegung von Konju- gationssätzen wie: I have my book, I am busy das Präsens von to have und to be und die Possessiv- pronomina ergänzt und dann obige Sätze und ähnliche(I have to learn my task, I have to think of my task, etc.) konjugiert, auch fragend und verneinend. Diese Übung wurde eingeschoben, weil sie wie keine andere geeignet ist, die Zunge gelenkig zu machen und gleich in die ersten Sprechversuche eine gewisse Leichtigkeit zu bringen.
7) Die Sätze wurden sobald wie möglich und soviel wie möglich variiert. Auch dafür war die erwähnte Ergänzung von to have etc. von grossem Nutzen. Derartige neue Verbindungen bekannter Wörter bilden, englisch vorgesprochen, ein vortreffliches Mittel zur Schulung des Gehörs.
8) Die Beantwortung englisch gestellter Fragen konnte zu Anfang nur wenig in Betracht kommen, etwas mehr nach der Ergänzung von to have etc. Am Schlusse stellte ich im Zusammenhang eine Reihe von Fragen, die hier beigefügt seien. Es waren zum grossen Teil Entscheidungsfragen; aber in einem Lautierkurs, wo es sich in erster Linie um Ubung der Sprachwerkzeuge und des Gehörs handelt, sind solche Fragen durchaus am Platz.**)
We will speak English now!(Let us.,. noch nicht bekannt!). I am a man. What am I? And what are you? I am a teacher. What am I? And what are you? I am your teacher. What am I? And what are you?
Now we will speak of school! Where have you to go?(Gebrauch von to do noch unbekannt!) Must you go to school every morning? Must all boys and girls go to school? When must German boys and girls, in general, go to school?
*) Ich will hier noch bemerken, dass ich 1893 in der Untertertia der Realschule zu Wolfenbüttel bei der Einübung der Laute eine phonetische Umschrift in derselben Weise verwendet und die gleichen günstigen Erfahrungen damit gemacht habe. Ich legte damals dem Anfangsunterricht das Gedicht Past and Present' aus Sweets Elementarbuch des gesprochenen Englisch(aber nicht in Sweets Lautschrift!) zu Grunde.
**) Die Wörter it, or, what, every, French waren gelegentlich gegeben worden.


