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Reiske und Schömann bezweifeln die Richtigkeit von o?re d α und emendiren jeder auf ſeine Weiſe. Der erſtere meint, es fehle hier etwas oder man müſſe odrs ot dνο¹⁷⁶ε leſen, und überſetzt und erklärt es: neque ex titulo legationis testamentariae neque ulla de causa animum induxerunt mecum contendere existimantes id sibi ne- fas esse. Schömann ſagt: corruptum esse locum nemo negaverit, denn erſtens ſei das dreimalige oöre eine oppositio inelegans et absurda und ſelbſt 055 ſtatt des letzten ours gebe keinen Sinn, da im Vorhergehenden kein Grund erwähnt ſei, der die Gegner am Proceſſiren gehindert hätte. Gegen Reiske's Erklärung macht Schömann mit Recht geltend, daß man an eine αιν hier nicht denken könne, ſondern nur an das Erbrecht, welches auf der Verwandtſchaft beruhe, man auch nicht wüßte, wer die ol dαo ſein ſollten; man müſſe alſo leſen 0b08ν dAααο ⁷ ö1 ονέεμνναννεονε fſ. Auch hier huldige ich im Widerſpruch mit Schömann dem Grundſatze, daß die handſchriftliche Lesart ſo lange gehalten werden muß, als ſie paſſend erklärt werden kann. Und das iſt, wie mir ſcheint, hier der Fall. Als damals Theopomp klagte, hat weder der Vormund für den Mündel eine Parakatabole niedergelegt, noch die Kinder des Stratios, die in demſelben Grade wie des Stratokles Sohn mit Hagnias verwandt ſind. Durch die beiden erſten onre werden alſo die Perſonen einander gegenüber geſtellt, die allenfalls durch ihre ayxioreic zu einem gerichtlichen Vorgehen ſich hätten veranlaßt ſehen können; da ſie es nicht gethan, ſo iſt damit bewieſen, daß ſie ſelbſt von der Nichtigkeit ihrer Erb⸗ anſprüche überzeugt waren. Von einem 4o konnte damals noch nicht die Rede ſein. Nachdem aber der Proceß gewonnen war und man, wie die Gegner ſagen, vergeblich auf Erfüllung des Verſprechens bezüglich der Hälfte der Erbſchaft gewartet hatte, da ging der Vormund mit der Klage der Kakoſis gegen Theopompos vor und verlangte laut der Vereinbarung jene Hälfte.¹²⁰) Darnach iſt alſo das 4o nichts anderes, als der auf jenes Verſprechen gegründete Rechtsanſpruch des Mitvormundes, was auch ſchon im Vor⸗ hergehenden angedeutet iſt.¹**) Mit dem 058„ α0 hilft ſich offenbar Theopompos mit kühnem Sprunge vorerſt über die Hauptſache, das Verſprechen, weg, um im Fol⸗ genden ſein Erbrecht der Phylomache, Hagnias Mutter und damit auch dem Sohne des Stratokles gegenüber in das beſte Licht zu ſtellen. Als Subjekt zu 8v1εεαον iſt der Vor⸗ mund und die Kinder des Stratios zu denken, die damals keinen ſolchen Grund angegeben haben, wie jetzt der Vormund. So wird durch das dritte oöre der Rechts⸗ anſpruch, der ſich aus dem Verſprechen ableiten läßt, gleicher Weiſe wie der in der Ver⸗ wandtſchaft liegende geleugnet.
§. 17.— Gσπσιει ⁴ μιqQν Q☚σον εέαοωνσαασα œ οd syovrec, 10 Trεò α τõqΤåxU⁵ 6rε⁶ ταεναœντο, 6di d ui ενννεναινινσάη οmσ ιεςι ι—νπ̈᷑νναα τνν ocvteg.
Theopomp ſcheint damals die durch die Großmutter Philomache(I1) bedingte Ver⸗ wandtſchaft der Phylomache II. und des Eubulides(II) angefochten zu haben, indem er ſich nach einer Stelle aus Demoſthenes darauf berief, daß er 7190 α⁴σν³²⁷) mit Hagnias
120) Vgl.§. 27. 121) Vgl.§. 14.


