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Eine ernſte und ſorgfältige Betrachtung dieſes ſo wichtigen Zweiges der Jugenderziehung erſcheint als heilige Pflicht gegenüber den erhöhten Anforderuugen in Bezug auf geiſtige An— ſtrengung, die an alle Diejenigen, welche eine wiſſenſchaftliche Ausbildung erſtreben und höhe— ren Berufsarten ſich widmen, in der gegenwärtigen Zeit geſtellt werden.
Lrläuterungen zu den dem Widerſtein'ſchen Rollen- und Hebelwerke zu Grunde liegenden Prinzipien.
Da das Turnen als Mittel der künſtlichen Erziehung des Menſchen in ſeinen Gelenken und Muskeln darin beſteht, alle körperlichen Thätigkeiten, als mögliche Bewegungen und Hal— tungen, auszuführen, aber hierbei immer gewiſſe Widerſtände oder Laſten überwältigt werden müſſen, die theils in den bewegten Gliedern, theils in dem ganzen Körper, theils in feſten oder widerſtrebenden Kräften außerhalb des Körpers gegeben ſind, ſo muß zur Erreichung dieſes Zweckes diejenige Vorrichtung wohl die zweckmäßigſte ſein, bei welcher nach einem natürlichen geregelten Syſteme alle Thäͤtigkeiten des Körpers mit ſteigender Belaſtung ausgeführt werden können.
Eine ſolche Vorrichtung bietet das in den neben ſtehenden Figuren dargeſtellte„Rollen⸗ und Hebelwerk“, an welchem ſowohl in der Ebene des Körpers, als außerhalb dieſer, durch Gewichte von verſchiedener Schwere, welche auf einem Hebel ruhend oder an einem über Rollen geleiteten Seile befeſtigt und leicht veränderlich in Bewegung geſetzt werden, alle Theile des Koͤrpers nach dem Syſteme der Frei- und Gelenkübungen ſtufenweiſe und ſyſtematiſch geübt und ausgebildet werden können.
Es unterſcheidet ſich dieſe Methode von der bei der ſchwediſchen Gymnaſtik angewandten dadurch, daß dieſe in ihren ſogenannten duplicirten Bewegungen eine Widerſtandskraft in der Geſtalt eines oder zweier Gehülfen anwendet, um den bei der Muskelaction nothwendigen Widerſtand auszuuben, während bei der hier in Anwendung gebrachten Methode die Wider⸗ ſtandslaſt durch Gewichtſteine hervorgebracht wird, weßhalb dieſe leicht gewechſelt, genau be— ſtimmt und ohne fremde Beihülfe beſchafft werden kann, und dadurch die Möglichkeit gegeben iſt, die Wirkung der Schwerkraft nicht allein in ihrem Zuge nach unten, ſondern in allen Richtungen zu benutzen.
Auch vor den bisher üblichen Methoden bei dem Geräthturnen ſowohl der deutſchen als ſchwediſchen Schule hat obige Methode den beſonderen Vorzug, daß bei ihr die Angriffspunkte die bewegten Theile in der Peripherie ſind, und der Körper mehr der feſtſtehende oder Aren⸗ punkt iſt, während bei den anderen der Körper der um die den feſten Halt gebenden Angriffs⸗ punkte ſich bewegende Theil iſt, und alle Thätigkeiten, da der Koͤrper wenigſtens für die Arme


