Aufsatz 
Die Methoden des Unterrichts
Entstehung
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nichtDieſer Gegenſtand heißt Baum! Freilich darf dieſe Behandlung nicht als eine ausſchließ⸗ liche, ſondern höchſtens als vorwaltend betrachtet werden, da ſich auch keine Geiſtesthätigkeit vereinzelt zeigt. Immerhin mag das Kind der erſten Unterſtufe am Ende derſelben bereits gedächt⸗ nißmäßig auffaſſen, z. B. daß Baum ein Dingwort iſt.

2) Mittelſtufe. Das Alter, in welchem ſich der Vorrath von Begriffen durch Aufnahme fertiger Begriffe vermehrt. Zwar dauert die Vermehrung derſelben auch durch Anſchauung noch immer fort, aber der Vorrath iſt ſchon ſo groß geworden, daß ſich längere Reihen und Komplexionen von Be⸗ griffen gebildet haben, und neu hinzutretende fertige Begriffe alſo eine ſichere Grundlage und An knüpfung vorfinden. Das Memoriren wird dem Kinde leicht, und darum erwünſcht. Anfangs begnügt es ſich noch mit der Außenſeite des Lernſtoffs, allmälig wird ihm aber auch das Innere verſtändlicher, und es forſcht nach Grund und Folge ꝛc.

3) Oberſtufe. Das Alter, in welchem das Kind die gewonnenen Begriffe zu verarbeiten anfängt. Die Vermehrung der Begriffsmenge durch Anſchauung und durch Aufnahme fertiger Begriffe dauert auch hier noch fort, aber die Anzahl der Begriffe und deren Komplikationen iſt ſo bedeutend ge⸗ worden, daß dieſelben bei dem Kinde ſchon gegenſtändlich auftreten, und ſich die Anfänge einer inneren Welt zeigen. Das Gedächtniß erreicht ſeinen Höhepunkt: es wird durch den Verſtand unterſtützt und theilweiſe erſetzt, ſo daß gegen Ende der Oberſtufe Gedächtniß und Verſtand in's Gleichgewicht treten. Urtheilen und Schließen wird zum geiſtigen Bedürfniß, doch ſo, daß die Kinder die Unter⸗ brechung dieſer Verſtandesfunktion noch immer als Erholung empfinden.

Dieſer pſychologiſchen Betrachtung gemäß gliederte ſich der Unterricht in neun Kurſe, während über die deutſche Sprache ſelbſt, als Lernſtoff betrachtet, noch Folgendes in Rechnung gebracht wurde.

1) Die Sprache iſt ſymboliſch, d. h. das Wort iſt ein Zeichen für den Begriff und der Buch⸗

ſtabe für den Laut. Danach iſt Leſen und Schreiben Zweck, wenn man nur die Zeichen an ſich betrachtet, aber es iſt Mittel, ſobald man die Zeichen als Symbole, d. h. deren Bedeutung in's Auge faßt. Darſtellen kann man durch die Zeichen fremde Gedanken(Re produktion) und eigne Gedanken(Produktion). Das Vorleſen wird zum Mittel, wenn man dadurch Gedanken darſtellt(euphoniſches oder deklamatoriſches Leſen) und das Sprechen oder Schreiben gleichfalls.

2) Die Sprache beſteht aus Theilen. Sie muß alſo, will man ihr Weſen genau kennen ler⸗

nen, zerlegt werden Elemente der(Sprache.)

3. Die Sprache beſteht aus Stoff und Form: der Schall und die Figur ſind Stoff, Laut und Buchſtabe Form der Außenſeite(des Zeichens) das Denken Stoff, und der Begriff Form der Innenſeite(der Bedeutung.) Zu dem Stoffe gehört die mechaniſche Fertigkeit im Leſen Shreiben und Denken(Sorachfertigkeit), und zu der Form Bekanntſchaft mit den Geſetzen, nach welchen der Stoff geſtaltet iſt, ſowohl der Stoff des Symbols(Grammatik: Formenlehre) als auch der Stoff des Denkens(Grammatik: Begriffslehre).

4) Die Sprache beſteht aus gleichartigen und ungleichartigen Elementen; die Elemente müſſſen alſo klaſſificirt werden. Daraus entſtehen die Paradigmata der Konjugation und Deklination

und die logiſche Anordnung der Grammatik. Die Elemente laſſen ſich auch vereinzelt und 2*