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Der Lehrer iſt als Solcher auch nur ein Mittel, d. h. er vermittelt dem Lernenden den Lehr⸗ gegenſtand. Den eben aufgezählten todten Lehrmitteln gegenüber iſt er ein lebendiges, und beherſcht die Erſteren. Er muß, um naturgemäß zu unterrichten, dieſen Beruf allſeitig kennen und ihm un— verbrüchlich folgen. Zu dieſem Zwecke wird er ſich folgende Eigenſchaften zu erwerben haben:
1) Sein Wiſſen muß umfaſſend ſein(Wahrheit, Klarheit, Gründlichkeit), aber nur ſoweit her⸗
vortreten, wie der Lernende es bedarf(Angemeſſenheit).
2) Er muß Luſt und Liebe zum Unterricht haben(Freudigkeit, Lebendigkeit des Unterrichts);
aber auch ſeine Gefühle zu bemeiſtern wiſſen(Objektivität).
3) Das Lehren und Lernen an ſich muß ihm Zweck ſein(Eifer), aber dennoch müſſen ſeine
eignen Wünſche, wo es nöthig iſt, zurücktreten(Hingebung). 4) Er muß ſich die Einſicht und Kraft erwerben, die übrigen Lehrmittel richtig anzuwenden: alſo a) das Wort in ſeine Gewalt bringen(Guter Vortrag, Fragegewandtheit). b) ſich im Denken üben(Geiſtige Ueberlegenheit) und c) alles Löbliche in ſich zur Gewohnheit werden laſſen(religiösſittlicher Wandel, gutes Beiſpiel.)
Von dieſen Lehrmitteln darf naturgemaß nicht etwa Eines angewandt werden, ſondern alle ſind anzuwenden, und zwar in folgendem Kreislaufe: Deiktik und Heuriſtik, Akroamatik und Dia⸗ logiſtik(von Paſſivität zur Activität); jedoch mit Rückſicht auf die beſondere Beſchaffenheit des Ler⸗ nenden und des Gegenſtandes wird das Eine oder das Andere vorherſchen müſſen, und der Wechſel raſcher oder langſamer eintreten; ja, ſelbſt der Anfangs⸗ und Ausgangspunkt ändert ſich nach Ort, Zeit und Umſtäͤnden. Um aber die Hinderniſſe des Lernens zu entfernen, wendet man ſich zunächſt an das Denken, alsdann an das Empfinden und ſchließlich an das Begehren, freilich mit derſelben Berückſichtigung der beſonderen Umſtände wie bei den direkten Unterrichtsmitteln*).
Durch Beachtung der pädagogiſchen Lehrmittel berührt der Unterricht das Gebiet der Er⸗ ziehung, und eben hier liegt alſo die Vermengung Beider ſehr nahe. Aber da die Unterrichts⸗ lehre ſchon an ſich komplizirt genug iſt, ſo ſollte die Wiſſenſchaft eine ſtrenge Abgrenzung feſthalten. Die Erziehung gibt dem Geiſte Richtungen— der Unterricht Kenntniſſe; jene alſo entwickelt, — dieſer bereichert, und die Frage„Zu welchem Zwecke ſoll Etwas gelehrt werden,“ ſamt dem davon abhängigen„Was“ gehören nicht in eine Unterſuchung über Methode. So dürfen beide Fragen an dieſem Orte nicht unterſucht werden, und die Aufſtellung der Unterrichtselemente hätte damit ihren Abſchluß gewonnen.
*) Um die hundertfältigen Beſtandtheile der Unterrichtslehre einigermaßen zuſammenzufaſſen, hat die neuere Pädagogik den Ausdruck Lehrform und Lehrgang erfunden. Zur Lehrform gehörte demnach: Deiktik, Heuri⸗ ſtik, Akroamatik und Dialogiſtik— zum Lehrgange: das Fortſchreiten vom Nächſten zum Entfernten, vom Erſten zum Letzten, vom Einfachen zum Zuſammengeſetzten; vom Leichten zum Schweren, vom Lernen zum Aufſuchen, vom Wiſſen zum Können. Jedoch ſind die beiden Wörter, logiſch betrachtet, nicht eben glücklich gewählt. Sie bilden keinen irgend denkbaren Gegenſatz. Vielmehr ſtände der Lehrform ein Lehrſtoff entgegen, aber in dieſe Begriffsweiſe paßte alsdann der Lehrgang gar nicht. Auch löſt ſich nach unſerer Aufſtellung die Schwierigkeit ohne Weiteres, indem ſich darin die Lehrform als direkte Lehrmittel und der Lehrgang als Anordnung des Lehr⸗ ſtoffes und der Lehrmittel kennzeichnet.
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