Aufsatz 
Die Methoden des Unterrichts
Entstehung
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2) Die Sache wird von dem Schüler durchforſcht, nachdem ſie von dem Lehrer ange⸗ deutet worden war(Heuriſtik). Die auf dieſem Wege gewonnenen Begriffe unterſcheiden ſich in ihrem Weſen nicht von den vorigen, und ſind alſo ebenſo zu behandeln: zu memoriren und anzuwenden; nur iſt dabei die Aktivität des Schülers Anfangspunkt, und die Aktivität des Lehrers Ausgangspunkt der jedesmaligen Arbeit(Unterſtützen, Verbeſſern).

3) Der Lehrer ſpricht(Akroamatik) oder der Schüler lieſt, d. h. der Lernende bekommt die Begriffe durch das geſprochene oder geſchriebene Wort. Zu den auf dieſem Wege gewon⸗ nenen Begriffen wird nachträglich die Sache vorgezeigt; hier alſo erſt Begriff, dann Sache, und oben erſt Sache und dann Begriff. Mit den Begriffen ſelbſt wird verfahren, wie bei Nr. 1.

4) Lehrer und Schüler gebrauchen abwechſelnd das Wort(Dialogiſtik). Hierdurch bekommt der Lernende zwar direkt keine neuen Begriffe, aber er verwandelt die alten in neue, und be⸗ richtigt und erweitert auf dieſe Weiſe ſeinen Begriffskreis. Dabei

a) Unterſucht der Lehrer, ob Begriffe vorhanden ſind, an welche er anknüpfen kann(exa⸗ minatoriſche Frage). b) Er läßt vorhandene Begriffe wiederholen, um ſie zu befeſtigen(repetitoriſche Frage). c) Er läßt vorhandene Begriffe auf ihren Gegenſtand oder auf ihre Theile und Beziehungen anwenden(fatechetiſche Frage). d) Er leitet die geiſtige Thätigkeit des Lernenden durch Fragen, ſo daß dieſer durch Kom⸗ bination der vorhandenen Begriffe neue gewinnt(ſokratiſche Frage). Zu den direkten Lehrmitteln kommen alsdann noch die indirekten(pädagogiſchen) d. h. diejeni⸗ gen, welche die Hinderniſſe des Lernens hinwegräumen. Dieſe wenden ſich a) An das Empfinden und beſtehen a) In Belohnung: a.) Durch das Wort(Ermunterung, Lob, Zenſur), und 8) Durch die That(Platz, Klaſſenverſetzung ꝛc.); b) In Strafe: ¹.) Durch das Wort(Ermahnen, Tadel, Zenſur), und 8) Durch die That(Platz, Nacharbeiten ꝛc.). b) An das Denken, indem man beſpricht a) Die Lernbarkeit aller Unterrichtsgegenſtände durch Fleiß, b) den Nutzen des Wiſſens und Könnens, und c) die bezüglichen Pflichten(gegen Gott, Eltern, Lehrer). c) An das Begehren, und zwar a) direkt, als Erregung des Begehrens, indem man die mitzutheilenden Kenntniſſe dem Lernenden ſo angenehm macht, wie es der Gegenſtand zuläßt(Neuheit, Spannung), und b) indirekt, Erſtens durch Wetteifer: wünſchenswerth erſcheint dem Kinde leicht Das, was es im Beſitze eines Anderen ſieht; und Zweitens durch Gewöhnung: ſelbſt das Mühſame, Beſchwerliche, Harte wird durch Gewohnheit angenehm und begehrenswerth. Der an Arbeit Gewöhnte kann ohne dieſelbe gar nicht leben, der Gelehrte nicht ohne Forſchen, der Seemann nicht ohne Wind und Wellen, wie der gutgewöhnte Schüler nicht ohne Unterricht und Studium.