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Lernſtoff für den chemiſchen der Landwirtſchaftsſchule zu Weilburg
von Oberlehrer Freybe.
Vorbemerkung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung bildet die Fortſetzung der im 28. Programm enthaltenen und iſt nach denſelben Grundſätzen bearbeitet.
Der erſte Teil des nachſtehenden Stoffes wird im erſten Vierteljahr der Sekunda behandelt, die Chemie der Futtermittel im zweiten. Abſatz 1—b liefert die chemiſchen Kenntniſſe, welche für die gegen Ende des erſten Vierteljahres einſetzende Bodenkunde noch fehlen. Mit Rückſicht auf die Bedürfniſſe dieſes Faches iſt auch Abſatz 6 eingefügt. Die genauere Beſprechung der zuſammengeſetzten Geſteine kann erſt im dritten Vierteljahre der Sekunda folgen, da der in Abſatz 7— is enthaltene Stoff bearbeitet ſein muß vor Beginn der im zweiten Vierteljahr einſetzenden Düngerlehre. Im chemiſchen Unterricht ſoll nur die ſtoffliche Zuſammen⸗ ſetzung und das chemiſche Verhalten(außer der Gewinnung) der Düngemittel beſprochen werden. Die prak⸗ tiſche Verwendung, Verunreinigungen der Düngemittel, ihr Verhalten im Ackerboden uſw. werden in der Land⸗ wirtſchaftslehre behandelt.
Ehe Abſatz 6 bearbeitet wird, haben die Schüler in der Pflanzenphyſiologie die zur Ernährung der Pflanze nötigen Nährſtoffe kennen gelernt. Ebenſo ſind im erſten Vierteljahre den Schülern in der Botanik die anatomiſche Zuſammenſetzung der Pflanze, der Inhalt der Pflanzenzellen uſw. bekannt geworden, ſo daß dies für die chemiſche Unterſuchung der Futtermittel(zweiter Teil der vorliegenden Zuſammenſtellung) als Grundlage benutzt werden kann. Andererſeits baut auf dieſer ſtofflichen Unterſuchung der Futtermittel ſpäter die Fütterungslehre auf. Die bei den Gärungsgewerben abfallenden Futtermittel können allerdings erſt ſpäter in der Prima behandelt werden. Denn erſt im Anfange des botaniſchen Unterrichts dieſer Klaſſe kann die Lehre von den Bakterien und Hefen einſetzen. Die Chemie der Gärungsgewerbe kann daher erſt im zweiten Vierteljahre der Prima bearbeitet werden.
Der Ackerboden enthält außer den Überreſten der beſprochenen einfachen Geſteine nebſt Luft und Waſſer noch Humus. 1) Woraus beſteht der Humus?
Er bildet ſich durch Zerſetzung pflanzlicher und tieriſcher Reſte. Vielfach können wir dieſe noch in Form von Würzelchen, Knochenteilen uſw. im Humus erkennen. Bei weiterer Zerſetzung entſteht eine lockere, graubraune Maſſe, welche ſich beſonders in den unteren Schichten durch freiwerdenden Kohlenſtoff dunkel färbt: Vermoderung. Kommt hinreichend Luft an dieſe dunkle Maſſe, ſo wird ſie immer heller durch langſame Oxydation des Kohlenſtoffs und ſchwindet mehr und mehr, dadurch daß Teile der pflanzlichen und tieriſchen Stoffe(die ſog. organiſchen Stoffe) durch Oxydation gasförmig werden und entweichen: Verweſung. Stets aber hinterbleiben bei dieſer langſamen Oxydation der organiſchen Subſtanz Stoffe, welche ſich nicht zu Gaſen oxydieren: die ſog. unorganiſchen Stoffe. In dieſen Rückſtänden werden u. a. diejenigen Stoffe enthalten ſein, welche bei der ſchnellen Oxydation, der Ver⸗ brennung, pflanzlicher und tieriſcher Stoffe als Aſchen ebenfalls übrig bleiben. Der Humus enthält alſo Pflanzenaſche und Tieraſche. Wir wollen uns zunächſt mit der erſteren, z. B. mit Holzaſche, ſpäter mit der letzteren, z. B. mit Knochenaſche, beſchäftigen und fragen:
2) Woraus beſteht die Holzaſche?
Die gewöhnliche„rohe“ Holzaſche enthält Verunreinigungen, ſowie noch unverbrannte, nur verkohlte Holzteilchen und iſt durch letztere grau gefärbt. Die reine, vollkommen ver⸗ brannte Holzaſche iſt faſt weiß. Wir können aus ihr durch Waſſer einen Teil auslaugen.
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