Aufsatz 
Beiträge zur Kritik und Exegese der Sophokleischen Antigone / von Arthur Frederking
Entstehung
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beeinflussen. Aber auch in der überlieferten Reihenfolge haben die Verse keinen vernünftigen Sinn und Zusammenhang, wie ich nicht weiter nachzuweisen brauche; v. 757 aber, der mit Rücksicht auf Kreons lνεςα⁷ nicht als Frage, sondern als Behauptung zu nehmen ist, scheint nur bedeuten zu können:du willst etwas sagen und es sagend nichts hören, oder:du willst (nur) etwas behaupten und es behauptend nichts(keine Widerlegung?) hören; wobei freilich Aeycw ebenfalls mehr als überflüssig scheint(die von Neue citirte Parallelstelle Ai. 1089 f. ist doch noch anderer Art). Nun aber ist der Vers im Laur. garnicht so überliefert, wie er gewöhnlich gelesen wird, sondern er lautet: Sονιαια Aενειν τιelsd dsνον μmeι⁶νπ¶ leyet, und wenn wir diese Lesart wieder herstellen, so erhalten wir einen befriedigenden Sinn und sind der Not der Versumstellung überhoben. Die Worte bedeuten aber:du willst etwas(Rechtes, Begründetes) sagen, und indem du es sagst,(willst du eigentlich, im Grunde doch) nichts sagen. Asyetv at und ν ⁶εν ⁶veν ist hier also in der bekannten praegnanten Bedeutung gebraucht, wie z. B. O. T. 1475 46νο ι(vgl. El. 1055 f. dοαωνσ ẽZ40oved. Eurip. Bacch. 332+οονν 0208 οσνισες). Plat. symp. 173 c 0lso,ϑς ι ττιιέιν oοιςενν ττοοοννεεε. leg. 861 e Gσmeαόιππααμανασσςι s, lre τ εᷣνα 1⁵εᷣꝓν α mQυέᷣ ε̈νκαννανν, stre l* μe⁶ννν½ττ πα̈οαmOπασφ, und oft bei Aristophanes 050 Aeysts. νυeνςεν 2έ̈ νέ ν aber sagt Hämon statt aad 0v⁴εν erεts*), um den Spott zu verschärfen, indem er Kreon als beabsichtigt unterschiebt, was eine ganz unfreiwillige Leistung ist, wie wenn wir sagen: du willst etwas recht Gescheites sagen, nur um eine Dummheit zu sagen. Vgl. Hom. ¼ 12 f. οι ³ϑμμμ⁴α ⁴deæ us errerOdνero Grordsvra el9*ν, 6& G 8r4 uν⁴ον ⁶⁴υοωμέεοο eeæνι(s. Ameis zu£ 580 und B 359), Plat. Apol. 22 a. Soph. Ant. 302 f. 3 ϑςν μμόάααςρ νοννν⁸ες νννκνννααηνꝓ αs, IOονν o 6E&rTOM&ᷣl!ν dοονα dϑεέαυινwer dies für Geld gethan hat, der hat es nur vollbracht, um einmal uoch dafũr zu büssen,(so mit Wolff- Bellermann; die Erklärung von Nauck und Wecklein scheint das futur. med. Sxο‿⸗ε⁵ντα zu erfordern). Und ärgerlich und aufreizend ist auch das dreimalige Jeyεiν Jeyo systy. Das ist, denke ich, genug, um zu begreifen, warum der König jetzt die Geduld verliert, und weit passender scheint mir nun das höhnische(cfr. O. T. 350) 2νεςα‧wirklich?! d. i.es hat also nichts zu bedeuten, was ich sage? und weiter:nun, beim Olymp, qu sollst es gleich erfahren, dass ich meine Worte(v. 750 und 754) auch bewahrheiten kann; nicht ungestraft sollst du, zu dem Tadel, mich auch noch verhöhnen(oder: schmähen)**), und vor deinen Augen soll deine Braut sogleich sterben. Nachdem wir so den Zusammenhang des Verses 757 mit den darauf folgenden nachgewiesen und gezeigt haben, dass diese Worte durchaus geeignet sind, den König zu entflammen(s. Bellermanns zweites Argument), müssen wir noch ihr Ver- hältniss zu dem vorausgehenden Verse(756) und wieder den Zusammenhang dieses mit dem nächstfrüheren(755) darlegen. Hämon sagt die bittern Worte gereizt durch des Vaters

*) Wenn es sich nicht um einen Satz des Sophokles, sondern eines attischen Prosaikers handelte, könnte man vermuten: Souν⁴e eꝓν ενν τι εαes ένν εαυη υ⁵ςσ̈ deo. Am einfachsten wäre nach Sinn und Sprachform 09 y A6ele; dann müsste man annehmen, dass zunächst durch ein leichtes Versehen Aspeis in 46 εν verderbt und darauf dem griechischen Sprachgebrauch gemäss für den Infin. 46ενι das ouds in 26έν geändert sei. Jedenfalls hat die Behandlung oder Heilung der Stelle auszugehen von der Lesart des Laur. Aseu(das eben nicht eine Dittographie des 46ei in v. 753 zu sein braucht), nicht aber von dem auei der jüngeren Hand- schriften, das wohl, wie so viele andere Varianten derselben, nur eine Conjectur sein wird.

**) Aevvdcein und deνvos wird erklärt mit νsoceu und ögoic, und bei Herod. IX, 107 ist deνos gleich- bedeutend mit αeαο⁴ονιασ. 40ℳ009»(schimpfen), wie Hesych es erklärt, bedeutet wohl erst eine Verbindung wie 2αlα devνvdᷣ᷑νωe éijuxr«(Soph. Ai. 243). Natürlich ist an unserer Stelle das Fut. Jeᷣoei ebenso wie Tesuασ(754) aufzufassen und also auf etwas zu beziehen, was schon stattgefunden hat, eben v. 757. vgl. auch O. T. 363, 368(gegen Kvicala).