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wissenschaften und bestand im November 1888 zu Strassburg das Examen pro facultate docendi. Er wurde ebendaselbst im März 1889 auf Grund einer Dissertation über„die Trennung des Schönen von dem Angenehmen in Kants Kritik der ästhetischen Urteilskraft“ zum Dr. phil. promoviert. Ostern 1889 trat er in das pädagogische Seminar zu Magdeburg ein und leistete zugleich am Domgymnasium daselbst das Probejahr ab. Nach Ab- lauf desselben wurde er an die hiesige Anstalt berufen.
Otto Jung, geboren 1864 zu Angerburg in Ostpreussen, erhielt seine Vorbildung auf dem Seminar zu Waldau. Nach bestandener Prüfung wurde er Ostern 1885 provisorisch angestellt an der Schule zu Friedenberg und Neujahr 1887 als Hilfslehrer in Kussen. Seine definitive Anstellung erfolgte nach dem Bestehen der zweiten Prüfung im Juli 1888. Nachdem er noch die Kunstakademie zu Königsberg besucht und die Lehrbefähigung für Zeichnen erworben hatte, wurde er mit Beginn dieses Schuljahrs hierher berutfen.
Am 14. Mai fand hierselbst die 15te Jahresversammlung des Vereins von Lehrern höherer Lehr- anstalten der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstentums Waldeck statt. 75 auswärtige Teilnehmer waren erschienen, darunter auch die Herren Provinzial-Schulräte aus Cassel. Den Einwohnern hiesiger Stadt, welche sich an dem Feste beteiligten und dadurch zu dem günstigen Verlauf desselben wesentlich beitrugen, Sei für ihre Teilnahme und insbesondere für die den auswärtigen Gästen erwiesene Gastfreundschaft an dieser Stelle der herzlichste Dank ausgesprochen.
Die Pfingstferien dauerten vom 24. bis 28. Mai.
Am 17. Juni unternahmen sämtliche Klassen eine Turnfahrt. Wir fuhren mit der Eisenbahn bis Mönchehof und marschierten gemeinschaftlich nach Wilhelmsthal. Nach Besichtigung des Parkes daselbst trennten wir uns. Die älteren Schüler unter Führung der Herren Pfaff, Franz und Jung marschierten über den Dörnberg nach dem hohen Gras, die jüngeren in Begleitung des Unterzeichneten, der Herren Oberl. Dr. Krickau und Dr. Blencke auf dem sogenannten Rasenwege nach Wilhelmshöhe, wo in dem schönen Park der Nachmittag zugebracht wurde. Auf Bahnhof Wilhelmshöhe trafen beide Abteilungen wieder zu- sammen und traten gemeinschaftlich die Rückfahrt an.
Die Sommerferien dauerten vom 6. Juli an 4 Wochen.
Am 2. September wurde das Sedanfest in herkömmlicher Weise durch einen Schulaktus gefeiert. Herr Dr. Blencke hielt die Festrede. Am Nachmittag machte die Schule einen Ausflug durch das Kelzer Holz nach dem Messhagen, wo sich die Schüler einige Stunden am Fussballspiel vergnügten. Gegen Abend erfolgte die Heimkehr.
Die Herbstferien dauerten vom 28. September an 14 Tage.
Während des Wintersemesters war der Elementar- und Zeichenlehrer Jung zu einem halbjährigen Kursus an der Königlichen Turnlehrerbildungsanstalt einberufen. Zu seinem Stellvertreter wählte das Kura- torium den Elementar- und Zeichenlehrer Robert Buchholz aus Andreasberg.
Am 25. Oktober fand aus Anlass des 90jährigen Geburtstags des General-Feldmarschalls Grafen von Moltke eine Schulfeier statt, bei welcher der Unterzeichnete in einer Ansprache die unsterblichen Ver- dienste des greisen Feldherrn um Preussen und Deutschland darzulegen versuchte.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember bis zum 6. Januar.
Am 27. Januar wurde der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers durch eine öffentliche Schul- feier festlich begangen, bei welcher Herr Franz die Festrede hielt.
Die Geburts- und Todestage der beiden hochseligen Kaiser wurden im engeren Kreise der Schule jedesmal im Anschluss an die Morgenandacht durch eine Gedächtnisfeier begangen.
Der Entlassungsprüfung unterzogen sich 2 Obersekundaner. Die schriftlichen Prüfungsarbeiten wurden vom 29. Januar bis 3. Februar angefertigt. Die mündliche Prüfung fand am 24. Februar unter dem Vorsitze des Herrn Provinzial-Schulrats Kannegiesser statt. Beide Abiturienten bestanden die Prüfung.
Der regelmässige Unterrichtsgang erlitt wiederholt empfindliche Störungen. Im Sommersemester war Herr Pfaff vom 4. August bis 17. September zu vertreten, da er zu einer 8 wöchentlichen militärischen Ubung einberufen war. Im Wintersemester wurde er, wohl infolge der grossen Anstrengungen bei der militärischen Ubung, von einem gastrisch-nervösen Leiden befallen und musste im Dezember an 5 Tagen, im Januar an 1 Tage und vom 6. Februar an dauernd dem Unterricht fern bleiben. Sein Zustand, der sich zur Zeit gebessert hat, lässt uns hoffen, dass er mit Beginn des neuen Schuljahrs seine Thätigkeit wieder aufnehmen kann. Von den anderen Lehrern fehlten wegen Krankheit oder aus anderen Gründen der Unterzeichnete an 3, Herr Oberlehrer Dr. Krickau an 1, Herr Franz an 1 und Herr Dr. Blencke an 16 Tagen.
. Der Gesundheitszustand der Schüler war im ganzen befriedigend; nur im Wintersemester war vine grössere Anzahl von Schülern durch Krankheit, meist jedoch nur auf kürzere Zeit, am Schulbesuch verhindert..
Am Schlusse des Schuljahres wird der Elementar- und Zeichenlehrer Jung unsere Anstalt ver- lassen, um einem Rufe an das Gymnasium zu Stralsund zu folgen. Ebenso scheidet sein Vertreter Herr


