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oder auch die Thätigkeit des Schülers überhäuft und zerſplittert.
Ueberſehen wir den Reichthum von Bildungsmitteln, den die Stadt in ihren Straßen und Begebenheiten, ihren Novi⸗ täten, ihren reiſenden und ſtehenden Theatern und Muſeen und nebenbei noch in der Kinderſtube durch Lektüre und Lehre zu bieten pflegt, ſo können wir Benecke’s Wort verſtehen, daß die Erziehung großer Städte(und höherer Stände) an einem gewiſſen Uebermaße kränkele. Es iſt ein ſtrenger Zügel der Neugierde und eine weiſe Füh⸗ rung der Wißbegierde nöthig, wenn nicht im Reichthum der Bildungsmittel Armuth an wahrer Bildung entſtehen ſoll,— Vielſeitigkeit ohne Gründlichkeit, Erregbarkeit ohne Ausdauer, Frühreife und Ueberſättigung und am Ende der Dünkel, daß man Alles geſehen, gelernt und ausgekoſtet habe, während man doch von Allem nur gekoſtet und bei Allem wenig gelernt hat.
Die Folgen eines ſolchen überreichen Bildungsproceſſes — die Verfrühung und Ueberſättigung— machen ſich zunächſt und am deutlichſten in der Schule bemerkbar. Das ſchon außerhalb der Schule vielfach angeregte Kind zeigt hier eine frühzeitige Bildſamkeit, aber im Verlaufe verliert ſich die Erregbarkeit leicht in Schlaffheit und Unluſt, ſo daß in den Jahren, wo nach natürlicher Entwickelung die volle Kraft des Jünglings aus ihrem Rückhalt hervor⸗ treten ſollte, oft nicht viel mehr von ihr übrig iſt, als ein zerſtreutes, unruhig abſpringendes Weſen. Das iſt die Krankheit des Ueberreizes und der Abſpannung, die dann Viele als Faulheit ſchelten oder als Dummheit beklagen. Das iſt die Erklärung zu der, von uns an einem anderen Orte ausgeſprochenen Bemerkung, daß die Kinder⸗ ſchulen der großen Städte denen der kleinen weit voraus


