Aufsatz 
Über den volkswirtschaftlichen Unterricht
Entstehung
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III. Chronik der Schule.

Das laufende Schuljahr begann am 22. April 1884 und schliesst am 28. März 1885.

In gewohnter Weise feierten wir am 2. September 1884 die Erinnerung an den Tag von Sedan; es sprach Herr Oberlehrer Dr. Richters über die deutsche Marine; ausgehend von den maritimen Bestrebungen Deutschlands in früheren Zeiten der Geschichte, behan- delte er besonders die Entstehung sowie die jetzige Zusammensetzung unserer Kriegsmarine, die Ausrüstung und Verwendung der einzelnen Schiffsklassen.

Am 21. März 1885 hielten wir in festlicher Weise die Vorfeier des Geburtsfestes Sr. Majestät unseres verehrten Kaisers und Königs ab; Herr Oberlehrer Dr. Wolff skizzierte in seiner Festrede den Gegensatz, welcher zwischen dem durch Kaiser Wilhelm und seinem grossen Kanzler geeinigten deutschen Reiche und dem Deutschland zur Zeit des Bundestags besteht, und verband damit einen Uberblick über Bismarcks Lebensgang und eine Schilderung seiner Frankfurter Thätigkeit.

Am 13. Mai und am 8. November 1884 unternahmen die einzelnen Klassen je nach dem Lebensalter grössere oder kleinere Märsche in die Umgegend unter der Führung ihrer Ordinarien. Beide Tage verliefen in ungetrübter Fröhlichkeit und trugen zur Erhöhung der körperlichen Frische und geistigen Arbeitstüchtigkeit der Schüler wesentlich bei.

Im abgelaufenen Schuljahre fanden wiederum zwei Abiturientenprüfungen statt, die eine im Herbst 1884, die andere Ostern 1885. Bei dem mündlichen Teile der ersten, am 27. August 1884, führte Herr Provinzialschulrat Dr. Lahmeyer den Vorsitz und vertrat Herr Dr. jur. Friedleben das Kuratorium; die zweite, am 12. März 1885, leitete im Auftrage des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums der Direktor, während Herr Konsistorialrat Pfarrer Dr. Ehlers von Seiten des Kuratoriums beiwohnte.

Zu unserem tiefen Schmerze wurden uns drei theure Schüler durch den Tod entrissen: am 28. August 1884 starb am Scharlach der Schüler der 03 Klasse Kuno Altmann, 6 Jahre alt, erst seit Ostern in der Schule; am 3. November 1884 an einer Blinddarmentzündung der Schüler der M1 Klasse August Werner, 8 Jahre alt, nach nur 4tägiger Krankheit; am 13. Januar 1885 an einer Bauchfellentzündung nach vierwöchentlichem Leiden der Schüler der M1 Klasse Paul Schwarzschild, 8 Jahre alt; alle drei strebsame, fleissige Kinder, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigten. Ihre Mitschüler legten ihnen als Zeichen der Liebe und Zuneigung einen Kranz aufs Grab.

Im Lehrkörper der Schule fanden folgende Veränderungen statt: Herr Dr. Mirisch, welcher Michaelis 1883 das Probejahr begonnen hatte, verliess uns Michaelis 1884 nach Beendigung desselben; Herr Müller absolvierte dasselbe von Ostern 1884 bis dahin 1885; Herr Geussenhainer trat zu Michaelis 1884 als candidatus probandus ein; endlich gewann die Wöhlerschule in Folge der Einführung des katholischen Religionsunterrichtes zu Michaelis 1884 als wissenschaftlichen Hülfslehrer Herrn Kaplan Sehrbrock, welcher schon mehrfach als ausserordentliches Mitglied unserer Abiturientenexaminations-Kommission für die Prüfung katholischer Abiturienten in der Religion fungiert hatte.

Der Herr Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten verlieh unter dem 26. März 1884 unserm lieben und verehrten Kollegen, dem Oberlehrer Dr. Oelsner das PrädikatProfessorin Rücksicht seiner anerkennenswerten Leistungen. Wer Gelegen- heit gehabt hat, das eifrige und erfolgreiche Wirken unseres Mitarbeiters, den bedeutenden