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wird, ganz abgesehen von ihrer Unzulässigkeit in der Schule, die Zeit, es wird den Schülern auch die Empfänglichkeit dafür fehlen; ebenso wird die Darlegung abstrakter Doktrinen und Systeme sich als unfruchtbar und verfrüht erweisen. In die gestaltungsvolle konkrete Welt einzudringen, sie zu erfassen und zu verstehen, das ist der Beruf und das Verlangen der Lernenden, und vielleicht nirgends mehr als hier bewährt sich das Göthe'sche:
„Greift nur hinein ins volle Menschenleben! Ein jeder lebt's, nicht vielen ist's bekannt, Und wo ihr's packt, da ist's interessant.“
4. Drei offene Fragen.
So vorbehaltlos ich mich nun auch zu der so eben dargelegten deskriptiven Methode des volkswirtschaftlichen Unterrichts bekenne, so liegen doch noch drei Fragen vor, deren Ent- scheidung ich offen halten möchte.
Die erste derselben betrifft die Aufeinanderfolge der drei Jahreskurse, von denen oben die Rede gewesen. Zwar, dass die Urproduktion, also Landwirtschaft, Forstwesen, Jagd, Fischerei und Bergbau, den Anfang zu machen habe, kann keinem Zweifel unterliegen; wohl aber, ob das Gewerbewesen dem Handels- und Verkehrswesen voranzustellen sei oder umgekehrt.
Bis zum Beginn des eben ablaufenden Schuljahres hatte diese Frage für unsere An- stalt noch keine praktische Bedeutung; denn die zwei fraglichen Unterrichtsgebiete fielen dem zweijährigen Kursus der bis dahin ungeteilten Prima zu, und jede neu eintretende Hälfte der Klasse nahm daher alternierend bald den einen, bald den anderen Gegenstand zuerst vor. Ostern vorigen Jahres jedoch, als eine gesonderte Unterprima gebildet wurde, trat an uns die Frage heran, welcher der beiden Abschnitte in derselben zunächst zu er- ledigen, welcher andere der Oberprima vorzubehalten sei; und es kann die getroffene Ent- scheidung vorerst nur als eine provisorische betrachtet werden.
Dem Charakter der Schule als Handelsschule zwar scheint es zu entsprechen, dass das Handels- und Verkehrswesen als der unseren Schülern wichtigste Stoff zum Abschluss gewählt werde; es bildet dann gewissermassen die Krönung der volkswirtschaftlichen Studien und lässt eine stetige Steigerung des Interesses erwarten. Andererseits führt grade diese praktische Erwàgung doch auch zu dem entgegengesetzten Resultate. Wir setzen ja von allen Schülern bei ihrem Eintritt gern voraus, dass sie die ganze Schule absolvieren werden, und der Lehrplan hat jedenfalls prinzipiell nur von dieser Voraussetzung auszugehen. Allein so lange ein Teil der jungen Leute erfahrungsmässig schon ein halbes oder ein ganzes Jahr früher sich durch persönliche Verhältnisse zum Austritt genötigt sieht, sollte darauf, wenn es dem Gegenstande unbeschadet geschehen kann, nicht einige Rücksicht zu nehmen sein?
Vom theoretischen Standpunkte aus nun empfiehlt es sich auf den ersten Blick, die beiden Lehrpensa, die sich auf die Hervorbringung der Güter, der Natur- und der Inqustrie- produkte, beziehen, gleich hinter einander zu erledigen und ihnen den Abschnitt vom Güter- umlauf folgen zu lassen. Und doch ist dieser logische Entwicklungsgang nicht zugleich, wenigstens nicht immer, auch der historische; vielmehr weckt der Handel oft die Industrie,


