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der Beobachtung hat selbst der erste grosse Theoretiker der Nationalökonomie, Adam Smith, sein System aufgebaut und es mit einer Fülle von Thatsachen, die er namentlich auf seinen Reisen gesammelt, und aus dem Leben gegriffenen Beispielen und Beweisen gestützt. Das Vorbild dieses Altmeisters der Wissenschaft diene uns und unseren Schülern zur Richt- schnur. Nur die vorbereitende Aufgabe fällt der Schule zu; zu ihrer Lösung führt nicht die abstrakt ableitende, sondern die deskriptive Methode.
3. Die deskriptive Methode.
Der Volkswirtschaftsunterricht hat sich mit der Betrachtung derjenigen menschlichen Thaätigkeiten und Einrichtungen zu befassen, welche der Herstellung und Herbeischaffung aller zur Erreichung unserer Lebenszwecke erforderlichen äussern Mittel gewidmet oder damit verbunden sind. Es gehören zu jenen Thätigkeiten als die drei wirtschaftlichen Haupt- betriebe: die Urproduktion, das Gewerbe, der Handel und Verkehr. Daher gliedert sich naturgemäss auch der volkswirtschaftliche Unterricht in die gleichen drei Hauptgebiete und zieht alle Zweige dieser Thätigkeiten, ihre wichtigsten Vorgänge und Anstalten in den Kreis seiner Schilderung ¹). Er führt dem Schüler ein grosses Stück des gesamten, uns umgebenden Volkslebens vor die Augen, das materielle Schaffen und Wirken, dem ja der weitaus grösste Teil der menschlichen Gesellschaft hingegeben ist. Man könnte das Fach der geographischen Disciplin an die Seite stellen, insofern auch diese den Kulturzustand der Völker zum Gegen- stand ihrer Beschreibung macht.
Dabei folgt die Wirtschaftslehre, wie sie, einem pädagogischen Prinzip, das in unserem Schulwesen überhaupt eine umfassende Geltung hat. Der Geschichtsunterricht berücksichtigt in vorderster Reihe die vaterländische Vergangenheit, die Erdbeschreibung geht von der Heimatkunde aus und wendet Mittel-Europa fortgesetzt die eingehendere Aufmerksamkeit zu, die Naturbeschreibung erstrebt die genauere Bekanntschaft mit der einheimischen Fauna und Flora. So wird auch der Volkswirtschaftsunterricht der deutschen Schule vor allem die ökonomischen Verhältnisse Deutschlands ins Auge fassen, und er darf dies um so mehr, als es im Wirtschaftsleben der Völker viel mehr Gemeinsames als Unterscheidendes giebt, die besondere Betonung eines Landes also gleichsam als Exemplifikation für alle anderen gelten kann.
Ohne das Ganze erschöpfen zu wollen, auch ohne bei dem einzelnen Gegenstande auf Vollständigkeit des Materials auszugehen, sucht der Unterricht unter einigen Hauptrubriken alles Wesentliche in geordneter Reihenfolge zur Sprache zu bringen, und er befolgt hierbei ein zweites Princip, das ihm zur zuverlässigen Anleitung dient: dies Princip ist der Anschluss an die Gesetzgebung.
Es gehört zu den schöpferischen Gedanken, welche die grosse französische Revolution auch auf dem Felde der Erziehung und des Unterrichts aufgestellt hat und die Nachwelt mehr und mehr anerkennt, dass damals für die Ausbildung des Staatsbürgers die Unter-— weisung in den Elementen der Socialwissenschaft und in der Verfassungs- und Gesetzeskunde
¹) Als eines ausgezeichneten Hülfsmittels für die Hand des Lehrers sei an dieser Stelle des von G. Schönberg herausgegebenen„IIandbuchs der politischen Okonomie“(2 Bde, Tübingen 1882, 2. Auflage 1885) dankend gedacht.


