Aufsatz 
Die Lehre vom Maß der Kräfte und ihrer Effekte, nebst Anwendung / von C. Fliedner
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

3) Bezeichnen P und P. zwei conſtante Kräfte, oder ge⸗ nauer ausgedrückt, Zahlen, welche die Größe der beiden Kräfte in Beziehung auf eine noch feſtzuſetzende Krafteinheit angeben, M und M., die Maſſen, worauf ſie wirken, oder vielmehr deren auf eine noch zu beſtimmende Maſſeneinheit bezogene Maßzahlen, ſowie p und p. die bezüglichen Beſchleunigungen, und iſt F eine dritte Kraft, welche der Maſſe M die Beſchleu⸗ nigung p ertheilt, ſo ergibt ſich aus den zuſammengehörigen Werthen P, M, P,

Pi, M., pi, F. M, Pi⸗ I. P: F= p: pn zufolge 1) II. F: P.= M: M. nach 2) und daraus durch Multiplication III. P: P.= Mp: M. p.

Zwei Kräfte verhalten ſich alſo zu einander wie die Producte aus den Maſſen, worauf ſie wirken, und den Beſchleunigungen, velche ſie ihnen er⸗ theilen.

Aus III. folgt IV. P= P.,, wenn Mp= M, p.

d. h. zwei Kräfte ſind einander gleich, wenn die bezüglichen Producte aus Maſſe und Beſchleunigung einander gleich ſind.

Setzt man in III. P.= 1, M.= 1 und p.= 1, ſo erhält man V. P= Mp d. h. die Kraft P, welche der Maſſe M die Beſchleunigung ertheilt, iſt Mp mal ſo groß als die Krafteinheit, d. h. als die⸗ jenige Kraft, welche der Maſſeneinheit eine Beſchleunigung= 1 ertheilt.

Durch Feſtſetzung einer beliebigen Maſſe als Maſſen⸗ einheitt und einer beliebigen Länge als Einheit der Be⸗ ſchleunigung würde ſich nun die Krafteinheit ergeben; wir wollen indeſſen im folgenden§. umgekehrt die Maſſenein⸗ heit aus einer auf andere Weiſe beſtimmten Krafteinheit ableiten.