Aufsatz 
Die Lehre vom Maß der Kräfte und ihrer Effekte, nebst Anwendung / von C. Fliedner
Entstehung
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Anmerkung. Die Intenſität einer Kraft wird alſo durch das Pro⸗ duct aus Maſſe und Beſchleunigung beſtimmt, wobei die Fac⸗ toren die verſchiedenſten Größen haben können, ſo daß z. B. eine Kraft, die einer Maſſe= 3 die Beſchleunigung= 4 er⸗ theilt, als von derſelben Intenſität betrachtet werden muß, wie eine ſolche, welche einer Maſſe= 2 die Beſchleunigung= 6 ertheilt.

§. 9.

Die auf eine Maſſe wirkende Schwerkraft oder auch den dieſer Kraft gleichen Druck, welchen die ſchwere Maſſe auf eine Unterlage ausübt, nennt man das Gewicht dieſer Maſſe.

Da zwei Maſſen M und M. vermöge ihrer Gewichte G und G. die nämliche Beſchleunigung erhalten(§. 3, 3), ſo hat man nach 2) des vorigen§.: G: G.= M: M, d. h. die Gewichte zweier Körper verhalten ſich wie ihre Maſ⸗ ſen, woraus folgt, daß die Maſſen zweier Körper gleich ſind, wenn ihre Gewichte gleich ſind. Daher vergleicht man die Maſſen zweier Körper gewöhnlich durch ihre Gewichte, da ſich dieſe durch den Druck, welchen ſie auf eine Unterlage ausüben, mittelſt der Wage leicht beſtimmen laſſen.

Als Gewichtseinheit wollen wir hier das Gewicht eines Kubikdecimeters reinen Waſſers von 40 C., alſo ein Kilogramm annehmen, und dieſe Gewichtseinheit ſoll uns im Folgenden uüberhaupt als Krafteinheit dienen.

Die Größe der Maſſeneinheit muß ſich jetzt nach dieſer Krafteinheit ſowie nach der Einheit der Beſchleunigung, wo⸗ für wir den Meter annehmen wollen, richten. Die angenom⸗ mene Krafteinheit(ein Kilogramm) ertheilt aber einer Maſſe von einem Kubikdecimeter Waſſer eine Beſchleunigung von 9= 9,81 Meter, oder, was rückſichtlich ihrer Intenſität das⸗ ſelbe iſt(ſiehe Anmerk zum vor.§), einer Maſſe von g Kubik⸗ decimetern Waſſer eine Beſchleunigung von einem Meter; wir