Aufsatz 
Die Lehre vom Maß der Kräfte und ihrer Effekte, nebst Anwendung / von C. Fliedner
Entstehung
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Kraft auf, ſo geht der Körper mit der zuletzt erlangten Ge⸗ ſchwindigkeit in gleichmäßiger Bewegung fort.

Eine Momentankraft kann man als eine conſtante Kraft von ſehr kurzer Wirkungsdauer betrachten.

Bei der nachfolgenden Vergleichung der Intenſitäten der Kräfte und ihrer Wirkungen beſchränken wir uns auf conſtante Kräfte und ſetzen eine ſolche Wirkungsweiſe derſelben voraus, daß alle Theile eines Körpers in parallelen Richtungen durch ſie bewegt werden, wie dieß z. B. der Fall iſt, wenn eine Kraft den Körper in ſeinem Schwerpunkt angreift.

§. 8.

1) Die geſammte Materie eines Körpers, wenn ſie als blos träge d. h. blos dem Geſetz der Trägheit unterworfen gedacht wird, heißt ſeine Maſſe.

Zwei conſtante Kräfte nimmt man als einander gleich an, wenn ſie einer und derſelben Maſſe gleiche Beſchleunigungen ertheilen, und betrachtet eine ſolche Kraft als zweimal, drei⸗ mal,.... n mal ſo groß als eine andere, wenn ſie der näm⸗ lichen Maſſe eine zweimal, dreimal,.... n mal ſo große Be⸗ ſchleunigung ertheilt, als die andere, d. h. zwei Kräfte ſind den Beſchleunigungen proportional, die ſie einer und derſelben Maſſe ertheilen(§. 6, II.).

2) Man nennt zwei Maſſen einander gleich, wenn ſie durch gleiche Kräfte gleiche Beſchleunigungen erhalten. Eine Maſſe heißt zweimal, dreimal,.... n mal ſo groß, als eine an⸗ dere, wenn ſie durch eine zweimal, dreimal,.... mal ſo große Kraft die nämliche Beſchleunigung erhält. Zwei Kräfte ſind alſo den Maſſen proportional, denen ſie gleiche Beſchleunigungen ertheilen und umgekehrt: Zwei Kräfte, welche den Maſſen, worauf ſie wirken, proportional ſind, er⸗ theilen ihnen gleiche Beſchleunigungen.