Aufsatz 
Die Lehre vom Maß der Kräfte und ihrer Effekte, nebst Anwendung / von C. Fliedner
Entstehung
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ſtand ändert. Geſetz der Trägheit oder der Be⸗ harrung.

II. Jede Aenderung der Bewegung eines Körpers iſt propor⸗ tional der bewegenden Kraft und erfolgt in der Richtung derſelben.

III. Wirkung und Gegenwirkung ſind ſtets einander gleich, oder: Jede Wirkung eines Körpers A auf einen Körper B ruft eine Wirkung des Körpers B auf den Körper A hervor, die der erſtern gleich aber von entgegengeſetzter Rich⸗ tung iſt.

Newton erläutert das dritte Geſetz durch folgende Beiſpiele: Ein Körper, der einen andern drückt oder zieht, wird eben ſo ſtark von dieſem gedrückt oder gezogen. Wenn Jemand einen Stein mit einem Finger drückt, ſo wird der Finger auch von dem Stein gedrückt. Wenn ein Pferd eine Laſt fortzieht, ſo wird auch das Pferd nach der Laſt hingezogen und grade ſo viel als die Laſt an Bewegung gewinnt, verliert das Pferd an der ſeinigen u. ſ. w.

§. 7.

Eine Kraft, welche nur einen Augenblick auf einen Körper wirkt, eine Momentankraft, ertheilt demſelben bei hinläng⸗ licher Stärke eine gleichmäßige geradlinige Bewegung, die dem Trägheitsgeſetz gemäß ohne Ende fortdauert, wenn ſie nicht durch eine Gegenkraft oder einen Widerſtand geſchwächt oder aufgehoben wird.

Eine fortdauernd wirkende(continuirliche) Kraft erzeugt, da der bewegte Körper in der einmal gewonnenen Bewegung zu beharren ſtrebt, aber in jedem Moment ein neuer Impuls auf ihn wirkt, eine beſchleunigte Bewegung, und zwar eine gleichmäßig beſchleunigte, wenn die Kraft eine beſtän⸗ dige(conſtante), eine ungleichmäßig beſchleunigte, wenn die Kraft ver änderlich iſt. Hört die Einwirkung der