— 4—
er über The Origin of Exchange(den Ursprung des Handels). Auf der ersten Stufe der Entwickelung unterscheiden sich die Menschen nicht viel von einander: sie haben keine großen Lebensbedürfnisse und verstehen alle dasselbe gleich gut herzustellen. Dann jedoch wissen die einen dies, die anderen jenes besser und schneller anzufertigen, und der Aus- tausch beginnt unter den Einzelwesen und bald auch unter den Völkern. Endlich tritt die Teilung der Arbeit ein: die verschiedenen Menschen tuen verschiedene Arbeit, aber alle schaffen zu demselben Zweck. Mit dem Austausch der Erzeugnisse beginnt die Zivilisa- tion. Anfangs lebt der Mensch nur für sich und seine Familie; er sieht in dem Fremden einen Feind. Mit der Erreichung größerer Fertigkeit bildete sich die menschliche Gesell- schaft: es entstehen die Stufen der Jäger-, Fischer- und Hirtenvölker, endlich der Acker- bauer. Gar bald sondern sich die einzelnen Handwerke. Durch den größeren Umfang des Wirkungskreises wird aus dem Patriarchen, dem Haupte der Familie, der Häuptling des Stammes, der König des Volkes. In ähnlicher Weise schreitet der Austausch der Erzeugnisse fort: an die Stelle der Ware selbst tritt ihr Wert, zunächst in dem wertvollsten Besitz(Vieh, Schiffe, Sklaven u. ä.), endlich Eisen, Silber, Gold.
Herr Lea hielt zwei Vorträge über Some Phases of English Art(Englische Malerei), worin er zunächst einen Uberblick über ihre Anfänge gab und dann die Werke einzelner Meister in Lichtbildern vorführte und erklärte. Von Hogarth, Reynolds, Gainsborough und Laurence ging er über zu Landseer, Turner, Millais, Rosetti, Lewis, Hunt u. a. Er folgte dabei ängstlich seinem ausgearbeiteten Texte, und dadurch verloren die sonst geist- reichen und teilweise begeisterten Worte viel von ihrer Wirkung. Die Schätze der National Gallerie, Tate Gallerie und des Victoria und Albert Museums wurden uns in Erinnerung gebracht und erläutert..
Auch unser Landsmann, Direktor Dörr, las leider seine beiden Abhandlungen: Problems of Modern Language Teaching und the Reform Method and the Reform School vor. Ihr reicher und für uns alle so wichtiger Inhalt hätte bei freiem Vortrag gan⸗z anders gewirkt. Obendrein war er infolge einer Erkältung verhindert laut und deutlich zu sprechen, so daß mir, obwohl ich in der fünften Reihe der Zuhörer saß, vieles unver- ständlich blieb. Ich muß es mir deshalb versagen, darüber zu berichten. ¹) 3
Die beiden Lektoren und Leiter der Leseklassen, Fuhrken und Macdonald, erfreuten die Mitglieder des Ferienkurses durch je zwei Vorträge. Herr Fuhrken sprach zuerst über English University Life und schilderte in humorvoller Weise das Leben und Treiben, Arbeit und Spiel des englischen Studenten, was er aus eisner Erfahrung kannte. Er gab uns dadurch eine sehr gute Vorbereitung auf den Besuch von Cambridge. Später trug er eine Reihe humoristischer Gedichte vor und zeigte, wie der Unsinn vieler dieser leichten Dichtungen mehr wert wäre als das, was andere Dichter mit Aufwendung großen Scharf- sinns geschrieben hätten. Goldsmith, Gray, Praed, Hood, Leigh, Gilbert, der Amerikaner James Field, der Punch, dessen beste Mitarbeiter die Oxforder und Cambridger Studenten
¹) Der erste der Vorträge erschien in der Zeitschrift: Modern Language Teaching II, 7. hsg. von Prof. Rippmann.


