Aufsatz 
Eduard Mörike : Seine Stellung in der Literaturgeschichte und im deutschen Unterricht / von Karl Fischer, Dr. phil., Gymnasialdirektor
Entstehung
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Das bekannte und mit Recht hoch angeſehene deutſche Leſebuch von Wackernagel, das ich in verſchiedenen Auflagen geprüft habe, bietet kein Stück von Mörike. Das bekannte und hier zu Lande früher viel gebrauchte deutſche Leſebuch von Spieß nennt in der 1. Aufl.(1848) Mörikeein nicht unbedeutendes Dichtertalent und bringt aus derIdylle vom Bodenſee den 2. und 7. Geſang ſowie das GedichtDie Geiſter am Mummelſee; das⸗ ſelbe findet ſich in der 2. Aufl.(1854) und in der 3. Aufl.(1862).

Das ebenfalls viel gebrauchte Leſebuch von Baldamus bietet für untere und mittlere Klaſſen nichts von Mörike, für die Oberſtufe bringt es einige der wichtigſten Daten aus ſeinem Leben mit der Bezeichnungvorzüglicher Lyriker und als Proben:Mein Fluß undDie ſchöne Buche.

Gruppe, Leben und Werke deutſcher Dichter, 5 Bde. (1864 ff.), erwähnt Mörike nicht.

Gude, Erläuterungen deutſcher Dichtungen, 1. 4. Reihe (1875 ff.), erwähnt ihn ebenfalls nicht.

Dasſelbe gilt von dem bekannten Leſebuch für Prima von Schauenburg u. Hoche(1868).

Das Leſebuch von Ferdinand Schmidt für mittlere und untere Klaſſen(1887) hat auf ſeinen 736 Seiten Raum für alle möglichen Verſemacher und Schriftſteller, von Mörike bringt es nichts.

In LeimbachsAusgewählten deutſchen Dichtungen ꝛc. wird Mörikes Name unter dem AbſchnittDie vorzüg⸗ lichſten Balladen- und Romanzendichter einmal im erſten Bande(1875) genannt; in den beiden folgenden Bänden finde ich ihn nicht weiter berückſichtigt.

Der recht ſorgfältig gearbeitete Kanon deutſcher Dichter zunächſt für das Neuwieder Gymnaſium beſtimmt und 1886 erſchienen enthält Mörikes Namen nicht. Ebenſo wenig nennt ihn Krumbach, Geſchichte und Kritik der deutſchen Schulleſebücher(1894/6).