Aufsatz 
Eduard Mörike : Seine Stellung in der Literaturgeschichte und im deutschen Unterricht / von Karl Fischer, Dr. phil., Gymnasialdirektor
Entstehung
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III. Die Frage:

Welche Stellung hat Mörike ſeither im deutſchen Unterricht der höheren Schulen eingenommen?

läßt ſich kaum anders als durch die Prüfung der deutſchen Leſe⸗ bücher beantworten. Man könnte auch die in den Schulen ge⸗ brauchten Grundriſſe der Litteraturgeſchichte heranziehen wollen; allein auch diejenigen, die nicht bloß Nachſchlagebücher für die reiferen Schüler ſind, bieten durchweg weit mehr als in der Schuler gelehrt werden kann. Indeſſen braucht man zur Beantwortung obiger Frage kaum dieſe Unterſcheidung, denn dieſe Grundriſſe bieten meiſtens nichts, einige ein paar trockene Zeilen, ſehr wenige, wie Egelhaaf, der deshalb ſchon im vorigen Abſchnitte genannt iſt, etwas, das als ein begründetes litterariſches Urteil bezeichnet werden kann. Bleiben alſo in der Hauptſache für die Entſcheidung jener Frage nur die Leſebücher. Ich habe die hier zu Lande gebräuchlichſten darauf angeſehen, vielleicht giebt es Amtsgenoſſen, die Intereſſe genug an der Sache haben, um noch andere darauf zu prüfen.

Das Ergebnis meiner Nachforſchungen kann, um dies gleich

vorauszuſchicken, nur als ein klägliches bezeichnet werden.

1. Das deutſche Leſebuch von Mager für untere und mittlere Klaſſen, 1844 in Stuttgart erſchienen, hat wohl Proben aus Kerner, Schwab und anderen, aber von Mörike nichts.

2. Kapffs(Prälat in Reutlingen) deutſche Dichterhalle, 1847 erſchienen, hat von Mörike nurDie traurige Krönung.